118 Beobachtungen über Geschichte,
Es war Torquatus um soviel tugendhafter, als'ernicht allein sein Leben, sondern auch seinen Creditunter der römischen Jugend dem Vaterlande auf-opferte, und eine That verrichtete, deren zweideu-tige Auslegungen der Ehre^ welche ihm mehr alsdas Leben war, einen Fleck anhängen konnten.So tugendhaft war auch lein Sohn, wenn er derArmee das Beispiel des Gehorsams auf Kosten sei-nes Lebens gab.
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Der Feldherr ist wichtiger, als die Armee,wenn eines von beiden schlecht supponirt werdensoll. Siegen nicht unter Marins die Römer,welche nnter Capio zitterten? Die Armeen beste-hen auö Volk, und haben desselben Natur. Li-vius bemerkt mit Recht die Wichtigkeit der Volskenunter Corivlan. Wir wissen Rudolphs von ErlachAntwort an den Grafen von Nidau*); EugensEinfluß in das Unglück Ludwigs XIV; den Ein-fluß des schlechten Ministeriums in den letztenKrieg der Franzosen. Cäsar auf dem Wege nachPharsalus! vado ad ducem sine exercitu, weildieser Feldherr nicht Kenntniß oder Muth genughatte, zu thun, was einem größern Manne mög-lich war. Was machte Antigon aus jenen Argvra-spiden, welchen Eumenes zu schwach war? Thebenwar allein groß unter zween Feldherren. Dießlehrt aufs neue, daß die Siege mit Recht denFeldherren zugeschrieben werden, daß hierin,'wiein mehrerm, die Stimme des Publicums Wahr-heit ist, und (nach Macchiavelli) der General, der
*) S. des Berf. Geschichte der Lchwrij. (isos) erBand, S. 179. *