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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
Seite
126
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126 Beobachtungen über Geschichte,

Astrologie (l<l.) Der junge Adler fliegt in der er-sten Aeit nicht hoch.

255.

Die Stadt Bologna bestätigte dem ProfessorGuglielmini feinen Titel und sein Einkommen,obgleich er als Professor nach Padua ging. (.)

254.

Leibnitz las ohne Ausnahme die ganze Biblio-thek seines Vaters, und verachtete, wie Plinius,keine Lecture. In der höher» Geometrie war erim Lösten Jahr noch neu. Im 50stcn wollte er sichverheirathen. Oft studirte er einen ganzen Mo-nat, oft schlief er 5 6 Stunden bloß im Lehn-stuhl. Seine Auszüge und Rcflerionen schrieb erallein, sich alles auf ewig einzuprägen, und sah sienie wieder an. Wie ein gütiger Fürst ging ergern mit Bauern und Künstlern, wie mit Hof-leuten, um. Seine Philosophie erhielt ihn in be-ständiger Munterkeit. Die Geistlichen straften ihnöffentlich und vergeblich, daß er das bloße Natur-recht halte. Er führte einen außerordentlichenBriefwechsel. Im Listen Jahr sing fein Ruhm an.Leipzig hatte ihm den Doktorhut versagt. Imrösten Jahr that er seine ersten Reifen.

255.

Chesterfield war überall gesucht, nirgends ge-liebt, nicht einmal von Männern von Geist, ge-fürchtet vom König und von jedermann, that nie-manden Gutes, öffnete niemand sein Herz, unem-pfindlich und doch voll Grazie. Er brachte inGesellschaften die feinsten Bemerkungen über dasmenschliche Herz und die menschlichen Handlungen.

256.

Corneille schloß sich drei Jahre ein und studirteseine Kunst; hieraus erschien er mit Cmna undden Horaziern.