N*
Johannes von Müller Briefe. 51»
(welche nicht angenommen zu haben, mich wohlmanchmal gereute) einen Mann zu finden, der denedelsten Absichten der Herren Curatoren vollkommenentspräche, und da über Herrn Dralles, die münd-lich eigens zu Rathe gezogenen beiden Männer,Lichtenberg und Kästner, aufs genauste überein-stimmten, so erhielt auch dieser bekanntlich dieseangenehme Stelle, wie Sie gleichfalls aus diesenBriefen ersehen.
„Glücklicherweise zeigte bald zu Mainz die durchden Abgang von Hofr. Die; entstandene Vacanzan der Bibliothek die erwünschteste Gelegenheit, fürihn sich thätig beweisen zu können. Um Ihneneine richtige Vorstellung von dem eigentlichenGang dieser Verhandlung, welche für das ganzeübrige Leben desselben von so wesentlichen Folgenwar, zu geben, muß ich Ihnen etwas genauer diedamaligen Zeiten und Menschen schildern.
„Durch ein wirklich gar sonderbares Zusammen-treffen erhielt ich nämlich an dem nämlichen Sonn-tag Vormittags den Brief Ihres Bruders, undNachmittags den von Hepne, welche beide ich bei-lege. Gegen Abend schickte ich beide Briefe nebsteinem Billet (von welchem ich keine Copie besitze,dessen Inhalt Sie aber leicht errathen können) anden Curator der Universität, den würdigen Frei-herr« von Benzel,- und noch vor Nacht erhielt ichvon diesem, alles auf das gerechteste besorgenden,wahrhaft großen Manne das beiliegende Billet.
„Unverzüglich meldete ich dieses mit der näch-sten Post Ihrem Herrn Bruder in einem Schrei-ben, welches sich vielleicht noch unter seinen Papie-ren findet, und rieth ihm, außer an den Kurfürstenauch an Herrn von Benzel zu schreiben, indem ich ihnnebenher von dem wechselseitigen Verhältniß zwi-
!