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gehen, weil sie einen Volkskrieg fürchteten! Gerade das, was der Feindfürchtet, muß man aber thun, und so läßt sich des französischen KaisersSturz in letzter Quelle auf die Beharrlichkeit zurückführen, mit welcherer, die Nation durch Verheißung einer wahrhaft freien Verfassung für sichzu gewinnen, sich weigerte, und darum auch von ihr nicht, wie nöthiggewesen wäre, unterstützt wurde.
Um sich nur mit der Leitung der Armee zu befassen und den Kriegs,creignissen die Stirne zu bieten, hatte Napoleon durch offene Schreibenvom 23. Januar seine Gemahlin zur Regcntin ernannt *). Dies war injeder Beziehung zu rechtfertigen, und mochte wohl auch berechnet gewesensein, auf den Kaiser von Oesterreich, den Vater der Kaiserin MarieLouisc, Eindruck hervorzubringen. Allein, daß er die Hauptstadt, das Zielaller Anstrengungen der Feinde, und Hauptsitz seiner Gegner im Inneren,seinem Bruder Joseph, dem er den Titel eines Gencralstatthalters desKaiserreiches gab, anvertraute, findet gewiß darin, daß dieser Fürst inSpanien nur sehr geringe kriegerische Talente an den Tag gelegt hatte, seineErklärung nicht. Carnot, der Vertheidiger Antwerpens, wäre der geeigneteMann für diesen Posten gewesen.
Besser für Napoleons Sache möchte auch gesorgt worden sein,wenn es thunlich gewesen wäre, den Sitz der Regierung, sowie den Senatvon Paris wegzuvcrlcgcn: allein so finster, wie die Stimmung dortschon im Januar war, konnte an eine solche Maßregel auch nicht imEntferntesten gedacht werden, bei Strafe, die Revolution in der Haupt,stadt zu beschleunigen"). Er sah sich daher gezwungen, Gemahlin und
*) Siehe den Moniteur vom 25. Januar 1814 '), welcher diese Ernennung ss an-zeigte: „Paris, den 24. Januar. Da Seine Majestät der Kaiser und der Königunverzüglich abreisen wird, um sich an die Spitze seiner Armeen zu stellen, so hat erfür die Zeit seiner Abwesenheit durch offene Briese von gestern, dem 23., Ihrer Majestät,der Kaiserin und Königin, die Regentschaft übertragen. Denselben Lag hat IhreMajestät, die Kaiserin Königin, den Eid als Regcntin in die Hände des Kaisers undvor einem Rathe abgelegt, der aus den französischen Prinzen, den Großwürdenträgern,den Cabinets- und Staatsministern zusammengesetzt war." Am 26. Januar, demTage nach Napoleons Abreise, empfing die Kaiserin eine Deputation der Offiziere derNationalgarde von Paris, an deren Spitze der Marschall Herzog von Conegliano(Monccy) eine Ergebenheitsredc hielt, und eine Adresse an den Kaiser überreichte, worines unter Anderem hieß: „Die Nationalgarde von Paris ist bereit, mit ihren Leiberneinen Wall um jenen Thron zu bilden, auf welchen die freie Wahl der Nation EureMajestät und Höchstihre Dynastie erhoben hat, an deren Dauer der Ruhm,das Wohl und die Ruhe von Frankreich geknüpft sind." Moniteurvom 27. Januar 1814.
Es muß in Paris im Januar 1814 schon weit gekommen gewesen sein, wennfolgende Erzählung kocds (II. x. 153) völligen Grund hat. Ihr zufolge hätten dieverbündeten Souveraine beinahe den Entschluß gefaßt, Halt zu machen, und denAusgang des Congreffes, der zu Chatillon zusammentrat, abzuwarten, wenn nichtnachstehendes Ereigniß ihren Muth plötzlich gehoben und sie vermocht hatte, wennnicht auf Paris, so doch auf Troyes zu marschiren» „Der helvetische ErLircctorLabarpe, der Lehrer des Kaisers Alexander, wurde auf der Reise von Paris nachder Schweiz bei Bar von den österreichischen Vorposten angehalten. Er berief sichauf seinen kaiserlichen Zögling, und wurde zu demselben geführt. Der Gegenstandihrer Besprechung ist unbekannt geblieben, aber einige Stunden nach derselben ver-kündete der Erdircctor in den Salons des Kaisers laut: „„daß der Sturz
1) Das Teeret selbst brachte erst der Moniteur vom 3. Februar 1814.