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wendende Rhein bildet, sammelte sich denn in den Tagen vom 9. bis znm20. December der größere Theil des verbündeten Haupthccrcs*). DasHauptquartier des Oberbefehlshabers Fcldmarschalls Fürsten Schwarzen-berg war nach Lönach gekommen.
Die Nacht vom 20 . zum 21 . December war zum Ucbergangc überden Rhein bei Basel, Laufenburg und Scbaffhausen, mithin zum Betretendes Gebietes der Schweiz bestimmt. Obschon zu erwarten stand, daß dieSchweizer den Durchzug gestatten würden, waren doch zur Zeit, als dieösterreichischen Vordcrlruppen an der Grenze erschienen, deßhalb noch keineBefehle bei den, an derselben aufgestellten, schweizerischen Truppen ange-kommen"). Es fand deßhalb am 19. December zwischen dem eidgenössischenObersten Herrcnschwand, der in Basel befehligte, und zwischen denösterreichischen Generalen Bubua und Langenau eine Unterredung zuLürrach statt, in welcher ein vierundzwanzigstündiger Aufschub verabredetwurde, um von dem schweizerischen Oberbefehlshaber Altlandammann undGeneral Wattenwyl, aus Aarau Vcrhaltungsbefehle einzuholen. Dieserprotestirtc zwar gegen das Einrücken der Verbündeten in die Schweiz, wiesaber doch seine Truppen an, sich ohne Widerstand zurückzuziehen, was auchgeschah. Der Oberbefehlshaber Fürst Schwarzcnbcrg erließ einen mildenAufruf an die Bewohner der Schweiz, worin er sich auf die Erklärung derverbündeten Souvcraine"*) berief; — die Hoffnung aussprach, daß alleverständigen und achten Patrioten ihm die freundschaftlichste Theilnahmeund jede Art von Beistand und Hülfelcistung gewähren würden; — dieErwartung daran knüpfte, daß diejenigen, welche ausgeartet oder verblendetgenug wären, die Aufrechthalkung der französischen Oberherrschaft demWohlc ihrer Mitbürger vorzuziehen, in einem Zeitpuncte, wo achtschweize-rische Gefühle durch ihre eigene Kraft die Oberhand gewinnen müssen,wenig Anhänger finden werden; — denjenigen, welche den Einmarsch einerfremden Armee in ihr Land als das größte der Uebel betrachteten, zuerwägen gab, baß augenblickliche Opfer bald verschmerzt wären, wo dieErhaltung der höchsten Güter einer Nation, eine heitere, freie Zukunft
*) A IN 9. December schon war die erste österreichische leichte Division des GrafenBubna in Lörrach; am 12. das erste ArmeccorpS des Grafen Colloredo in Thüngcn,das zweite des Fürsten Aloys Liechkenstejn in Rümmingcn, das dritte des GrafenGyulay in Schlingen, das fünfte des Grafen Wrede in Hettcrsheim; von der öster-reichischen Reserve war am 15. die Division Bianchy in Candern, die DivisionTrautcnberg in Thüngcn, am 16. die Division Weissenwolf in Stühlingen, dieCürassierdivision Nvstiß in Sindclsingcn, die zweite österreichische leichte Division desFürsten Moritz Liechtenstein in Tübingen; die Artilleriereserve in Engen.
Es war sogar nicht unmöglich, daß es zu blutigen Scenen kam, wenigstenssagt der schweizerische Gcschichtsschreibcr Meyer von Knonau, II. 748: „Eine großeösterreichische HcereSmacht stand an der Grenze, vornämlich in der Nahe von Baselangehäuft; dennoch glaubte ein nicht unbeträchtlicher Theil der Scbwcizer, einebeharrliche Behauptung der Neutralität würde nicht gewaltsam gestört, und imFalle eines wirklichen Angriffes die Achtung des Auslandes, die Ehre der Nationund die Sicherheit künftiger Geschlechter durch den rühmlichen Tod der Vertheidigerund einige Brandstätten nicht zu theuer erkauft werden, und daß die Uebermachtsich eines möglichen Sieges bald selbst schämen würde."
*") Siehe dieselbe S. 63 — 66 dieses Theiles.
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