W7
da Collorcdo ganz abgerechnet werden rnuß, und der größte Theil derReserven an der Schlacht keinen Theil nahm *), nur etwa 80,000 Mannin das Gefecht kamen.
Die leitende Idee, von welcher Blücher ausging, so wie dieselbeaus der Bestimmung, welche er den verschiedenen Corps gab, erkennbarist, war, sich in den Besitz der wichtigen Dörfer La Rochiere und LaEibcrie vor seiner Front zu setzen, und dadurch den Kaiser Napoleon,dessen Hauptmacht bei Brienne-la,Vicille concentrirl zu sein schien, abzu,halten, seinem linken Flügel, welcher keinen festen Stützpunct hatte, wiesinn rechter, ausgiebige Unterstützung zu senden. Entsendete er dennoch, sowar der Augenblick gekommen, mit aller Macht vorzudringen: aber jedenähere Anordnung hing von den Fortschritten ab, welche der Graf Wredegegen Marmont machte**). Inzwischen blieb stets zu besorgen, daß beider Kürze des Wintcrnachmittagcs ein entscheidender Sieg nicht erfochtenwerden könne, wenn es Napoleon, der namentlich Rochiere sehr starkbeseht hatte, gelang, sich darin bis zum völligen Einbrüche der Nacht zubehaupten.
Die Reiterei deckte den Aufmarsch der Verbündeten, und zog sich umein Uhr bis auf eine geringe Vorpostenkctte zurück***). Um dieselbe Stundewurden die französischen Vorposten die Colonnen der Verbündeten ansichtig,und alsbald begann das Gefecht im Centrum und auf dem linken Flügelderselben mit einer starken Kanonade, auf dem rechten mit einem heftigenKleingcwchrfeuer -s).
Linke Flügelcolonne.
Das Corps des Fcldzcugmeisters Gyulai rückte, nachdem es sichhinter der linken Colonne des Centrums links gezogen, zwischen derselben
39,000 Mann Russen,
8000 — Preußen,
17,000 — Baiern,
14,000 — Würtemberger-
Plotho, Ul. 116. klarst giebt in der neunten Tabelle zu seinem Werke, indem erColloredo gar nicht mitzählt, die Starke des Heeres der Verbündeten zu 106,700 Mann,darunter 84,000 Mann Fußvolk und 22,700 Reiter, mit 286 Kanonen an. Er hataber die Entsendungen nicht abgerechnet. Auch scheint die Zahl der Feuerschlünde zuhoch, weil das meiste schwere Geschütz wegen der schlechten Wege zurückgelassenworden war.
*) „Man hatte sich überzeugt", sagt C- v. W., S. 148, „daß die Reserve vonBar-sur-Aube aus nur noch gegen La Rochiere wirken konnte, und sie dahin inMarsch gesetzt. Die an der Tete befindlichen Grenadiere und Cürassiere wurden demFeldmarscball überwiesen. Er ließ sie auf der Höhe von Trannes in Reserve."
**) Eben darum findet sich auch in der Disposition Blüchers nicht angegeben,was nach der Eroberung von Rochiere geschehen solle. Jene konnte ihre Vervoll-ständigung erst erhalten, wenn man Nachricht von den Erfolgen Wredes hatte.Vergleiche C. v. W-, S. 147, 148.
*-) Plotho, IH. 116.
-j-) klarst, I. j>. 174. Kausler im Texte zu seinem Schlachtenatlas bemerkt(S. 479): „Die Dispositionen Napoleons (— zur Aufstellung ') —) werden raschausgeführt, wahrend die Verbündeten nur mit Mühe die Desileen von Trannesund von Eclance auf grundlosen Wegen durchziehen."
1) Siehe S, Äst diese« Theil!«.