240
Allarm dieses Geschäft verlassen und sich eiligst entfernt habe. Es wurdedaher sogleich Befehl zur Besetzung des Fleckens gegeben*).
Von den am rechten Ufer befindlichen Truppen des dritten Armeecorpswar die Brigade Grimmer gegen sieben Uhr des Abends von dem Feld,marschall Blücher zur Unterstützung des Sturmangriffes auf La Rochiereentboten worden.
Centrum.
Die Geschütze, welche den beiden Colonnen des CcntrumS voran,marschircn sollten, konnten wegen des aufgeweichten Lehmbodens vonTranncs mit der gewöhnlichen Bespannung nicht von der Stelle bewegtwerden. Da schlug der Befehlshaber der Artillerie des Sackenschcn CorpsGeneral Nikitin vor, die Hälfte doppelt zu bespannen, die Hälfte in derPosition stehen zu lassen"). Blücher genehmigte dies, und nun ließNikitin die Dattcriegeschütze mit zehn Pferden, die leichten mit sechs, diePulvcrwägcn mit fünf bespannen, die Leute auf die Kanonen und Karrensehen, und sprengte in vollem Jagen zur Chaussee. Hier entwickelte dieArtillerie schnell ihre Fronte, und eröffnete die Kanonade *"). FranzösischeDragoner ritten zum Angriffe an, während die zur Deckung der Batteriebestimmten Truppen noch nicht in der Nähe waren. Die Artilleristenstellten das Feuer ein, legten die Ladungen auf die Mäntel, um durchdas Herbeitragen keine Zeit zu verlieren, und eröffneten, als die feindlichenReiter näher kamen, ein so furchtbares Kugel, und Kartätschcnfcuer, daßsich dieselben in Unordnung zurückzogen -f). In demselben Augenblicke fielendie Schneeflocken so dicht, daß man nichts unterscheiden konnte und dieKanonen für einige Minuten verstummen mußten. Später sing es zu
*) Oesterreichische Militairzeitschrift vom Jahre 1821, zehntes Heft, S. 82.Hicnach ist Plotho zu berichtigen, welcher, III. 117, nachdem er wahrheitsgemäßgesagt: „Die österreichischen Truppen, ausdauernd und unermüdet, unterhielten dasGefecht, und erneuerten die Angriffe (— Plotho läßt den Oesterreichern stets diegebührende Gerechtigkeit widerfahren, was andere Schriftsteller verabsäumen)" —irrthümlich hinzufügt- „bis es ihnen endlich um elf Uhr des Nachts gelang, das DorfDienvillc durch einen gleichzeitigen Angriff von allen Seiten zu erobern, und denFeind mit großem Verluste zurückzuwerfen, und ei» Bataillon des Infanterie-regimentes Erzherzog Ludwig erstürmte die Brücke über die Aube." Auch daswürkcmbergische Werk, H. 6, ist hienach zu berichtigen.
") C- v. W-, S. 143. Nikitin nahm, wie dies Michailofsky, 1- 62, berichtet,auch mehr Leute mit, da sie bei den zurückgelassenen Kanonen entbehrlich waren.
Dies geschah natürlich nur mit der Hälfte der Geschütze des Sackcnsche»CorpS. C. v. W. sagt: „General von Sacken inarschirte mit 60 Kanonen,statt mit 120 zur Schlacht." Der russische Gencrallieutenant Michailofsky-Dani-lefsky dagegen berichtet (l. 62), daß die halbe Anzahl nur 36 Kanonen betrug,wonach Sacken im Ganzen nur 72 Geschütze gehabt hatte. Man thut in der Regelgut, wenn Verkleinerung keinen Zweck hat, in Kriegsberichten der geringeren Zahlden Vorzug zu geben-
ch) Michailofsky-Danilefsky, 1. 63. Nur ist es mit dem Kartätschcnfcuer auf300 Klafter, von denen der russische General spricht, nicht buchstäblich zu nehmen;vielleicht liegt ein Irrthum des Uebersetzcrs zum Grunde. Daß die französischenDragoner nicht dennoch die Batterie nahmen, würde kaum zu erklären sein, sobaldihr Befehlshaber gewiß gesehen hätte, daß sie nicht gedeckt war- Sie hatten in den,Falle statt zurück nur vorwärts reiten dürfen, und die 36 Geschütze würden erobertgewesen sein, und, wenn nicht fortgebracht, Loch haben vernagelt werden könne».