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Zweiten Theiles Erster Band.
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Inzwischen war auch das Fußvolk der Avantgarde unter dem OberstenMarburg herangekommen. Die beiden Füselicrbataillonc des ersten undzweiten estprcußischcn Infanterieregimentes vertrieben in Gemeinschaft mitdem, längs dem Flusse vorgegangenen Leibbataillon das feindliche Fußvolk,welches La Chaussee besetzt hielt, nach kurzer Gegenwehr, und besetzten dieAusgängc dieses Dorfes. Zwar schoß der Feind von der jenseits des Dorfesgelegenen Höhe aus schwerem Geschütze, doch ohne sonderlichen Schadenanzurichten.

Deim Verfolgen war ein Theil der preußischen Reiterei durch dasDorf La Chaussee gesprengt, die Mehrzahl aber rechts desselben bei einerMühle über den Bach gegangen. Die Schwierigkeit der Gegendverhältnisseverursachte Zeitverlust, und erst spät konnte sich die Reiterei wieder in derjenseitigen Ebene formircn, wobei die fünf Schwadronen Landwehr desObersten Grafen Henkel den rechten Flügel einnahmen. Inzwischen hattesich auch der Feind wieder gesetzt, und es schien sich neuerdings ein schwie-riger Kampf vorbereiten zu wollen.

Allein es gab ein Mittel, die eigenen Strcitkräfte zu schonen, undden Feind zu nöthigen, die gute Stellung vielleicht ohne Gefecht zu räu-men. Es zog sich nämlich der rechte Flügel der preußischen Cavallcrieimmer nichr in des Feindes linke Flanke, während eine wenig wirksameKanonade fortdauerte. Als der Feind diese Bewegung gewahrte, verließer, sie begreifend, alsbald seine Stellung und trat den Rückzug an. Vonder preußischen Reiterei ohne Unterlaß gedrängt, setzte das feindliche Fuß-volk denselben bis Pogny fort, wo es eine Brücke der Moivrc zu über,schreiten hatte. Da dies einige Zeit forderte, machte die feindliche Cavallcrie,die sich übrigens während des ganzen Treffens gut geschlagen hatte*), noch-mals Front, welchen Augenblick General Jürgaß und Graf Henkel zueinem glänzenden Angriffe benütztcn, den das lithauische Dragoncrregimentund die fünf Schwadronen Landwehr**) ausführten. Die Letzteren erobertendabei die Standarte der polnischen Lanzcnreiter, von denen die Franzosenselbst erklärten, daß sie zu ihrer besten Reiterei gehörten. Der Feind gingdarauf mit ansehnlichem Verluste über die Brücke bei Lcs Baraqucs, undbüßte kurz vor dem Engpässe noch eine Kanone ein.

Oberst Marburg hakte mit dem Fußvolke der zweiten Brigade demschnellen Vordringen der Reiterei nicht folgen können. Der Feind war in-zwischen von Chalons aus, besonders mit Artillerie, verstärkt worden, undbeschoß aus mehreren, auf dem jenseitigen jHöhenrande der Moivre auf-gefahrenen Battericen die, diesseits sich formirendc, preußische Reiterei mitzwölspfündigen ^Kugeln. Eine nicht sehr lebhafte Kanonade dauerte der,gestalt von beiden Seiten fort, bis endlich Marburgs Infanterie, obschonvon mehrtägigen Anstrengungen fast erschöpft, anlangte. Die Plänklerrückten vor, besetzten ein Gehöft vor der Brücke, die in Feindes Handblieb, und so spann sich ein unbedeutendes Scharfschützcngefecht fort.

*) Valentin!, lk- 136»

**) Drei vom fünften, zwei vom dritten Reginienke.