387
in Chateau r Thierry, Kleist und Kapzc witsch auf dein Marsche nachLa-Fcre-Champcnoise, Olsufieff sich bei Champaubert aufstellend.
Zwischen diese merkwürdig getrennten Hccrcsmassen nun fuhr Napoleonwie ein Wettcrstrahl senkrecht hinein.
Napoleon war nach seinem Rückzüge von Bricnne über Pincynach Troyes entschlossen gewesen, da eine zweite Schlacht zu liefern*). AmAbend des 5. Februar aber erhielt er Nachricht von dem Marschall Mac-donald über die Ereignisse an der Marne und von dem Einrücken desGenerals Pork in Chalons**). Marschirte die schlesische Armee demMarschall Macdonald an der Marne nach, so stieg zwar die Gefahr fürParis, war aber auch zugleich die Möglichkeit gegeben, ihr in die linkeFlanke zu fallen. Da die Uebcrgange der Seine von der Beschaffenheitwaren, daß sie selbst gegen große Ucbermacht lange Zeit vertheidigt werdenkonnten, und jenseits ein unwegsames Land, dessen Durchgänge die Der,bündetcn nicht kannten, Napoleons Bewegungen deckte, faßte er ohneZögern den Entschluß, gegen bic schlesische Armee zu marschiren. Er befahldaher sogleich den Rückzug auf Nogent, und schon am 7. war der MarschallMarmont auf dem Wege von Romilly nach Sezanne***). Die Wegewaren so fürchterlich, und das Wetter so schlecht, daß die Colonnen zwischenVillcnoxe und Fontaine-Denys Halt machen mußten. Nur die leichteCavallcrie und etwa zweihundert Mann Infanterie kamen bis Barbonnc,wo sie am 8. um zwei Uhr des Morgens Stellung nahmen. MarschallNcv ging zu gleicher Zeit bei Nogent über die Seine, und marschirte bisVillcnoxe, um nöthigenfalls im Stande zu sein, Marmont zu unter-stützen ff).
Nachdem dieser Marschall seine Artillerie wieder flott gemacht hatte,setzte er den Marsch auf Sezanne fort. Von da hatte am 8. seine Vorhutdie Kosaken Karpoffs vertrieben und sich hierauf bei Lachy und Lhapcton
*) kocl», I. x. 201. Diese Schlacht, welche entscheidend hätte werden müssen,ahnte der Fürst Schwarzenbcrg als in dem Willen, dem Charakter und der LageNapoleons liegend. Um so mehr rechtfertigen sich daher die (S. 290 und ff. diesesTheiles) geschilderten Maßregeln, den Verbündeten den Sieg zu sichern.
**) Ibick. — Zwar rückte Uork erst am 5. des Morgens in ChalonS ein, aberMacdonald wußte schon am Tage zuvor, daß er es werde räumen müssen.
***) Die Thatsache, daß Napoleon den Entschluß, gegen die schlesische Armee zumarschiren, am Abend des 5. faßte, und daß schon am 7. Marmont auf Sezannemarschirte, haucht die ganze, schöne Erzählung weg» welche kain, !U»i>us»it cke1814, x. 69—75, auftischt. Die Pflicht eines Geschichtschreibers ist, Wahrheit zugeben, nicht aber, auf deren Kosten dramatisches Interesse zu erregen. Uebrigensmag bemerkt werden, daß ksins Alanuocrit cks 1814 von dem Geschichtschreiber mitnoch viel größerer Behutsamkeit benutzt werden muß, als LaS an Fabeln so reicheItlannserit cke 1813.
-j-) Napoleon hatte übrigens alle Maßregeln getroffen, um Liesen Zug selbst vorden Augen der Einwohner zu verbergen. Deßhalb ließ er, um den Glauben zuerregen, er selbst beabsichtige die Seine mit seiner ganzen Armee zu vertheidigen,mit größtem Aufsehen Redouten auswerfen, Verrammelungen machen, in Nogentden Bau von sechs ungeheuren Backöfen beginnen, und den Befehl zur Errichtungeines ausgedehnten Hospitales und großer Magazine bekannt werden. DerAbmarsch der beiden Corps Neys und Marmonts wurde zu Nogent durch dieAnkunft der Truppen maskirt, welche die Arricregarde unter dem Marschall Mortiergebildet hatten. kocli, I. x. 206, 207.