Band 
Zweiten Theiles Erster Band.
Seite
444
JPEG-Download
 

444

und jenem Puncte, wo der General Volkmann kämpfte, vorzurücken.Diese Bewegung erleichterte sowohl den Angriff der Oesterreich« und Russen,als den Sturm auf die Stadt. Hier hatte der General Duhcsme alleAusgänge verrammelt, die Häuser mit Schießscharten versehen, und aufden Höhen hinter der Stadt Geschütze aufgestellt. Nach unsäglichen An,strengungcn war es dem Obersten Theobald gelungen, in die Stadt ein,zubringen; obschon aber der General Duhesme, als er das Unglück desfranzösischen Centrums und linken Flügels bemerkte, Anstalten zum Rück,zuge traf, blieb der Kampf außerordentlich hartnäckig*). Dem Bataillondes Obersten Theobald war das von dem General Maillot angeführtedes baicrischcn Regimentes Kronprinz auf dem Fuße nachgefolgt. GeneralDuhesme zog sich in guter Ordnung auf Ailcville zurück; Oberst Hert,ling drängte rechts von der Stadt die Massen des Generals Gcrard,und es warfen die vereinten Oesterreich« und Barern den rechten Flügel desFeindes wiederholt, als er bei Aileville nochmals Stand zu halten ver-suchte. Die Reitcrbrigade Diez und die Division Rcchberg nahmen beiAileville Stellung. Dahin hatte sich von der Division Duhesme nureine Brigade, die andere aber über Spoy zurückgezogen, bis wohin sie vonder leichten Reiterei verfolgt wurde.

Der linke französische Flügel hatte nach der Niederlage auch des rech-ten seinen Rückzug nach der Brücke von Dolcncourt beschleunigt. DasGeschütz und ein großer Theil des zweiten und des siebenten französischenCorps war bereits hinüber, als der Graf Pahlcn, welcher wegen der«wähnten Zurückbcrufung **) nicht' rechtzeitig bei Dolcncourt hatte anlangenkönnen, seine reitende Batterie auf der Anhöhe bei diesem Orte verdecktaufstellte, und die französische Nachhut, namentlich die Cavallericdivision desGrafen Valmy lebhaft beschoß.. Dies verursachte Unordnung, Fußgängerund Dragoner stürzten untermischt den Furchen der Aube zu***)- Die Ver-wirrung verbreitete sich unter die übrigen Truppen, und es hätte der Tagfür sie ein sehr unglückliches Ende genommen, wenn nicht der tapfereGeneral Montfort an der Spitze einig« Bataillone gegen jene Batterievorgerückt wäre und sie gezwungen hätte, etwas zurückzugehen. Diesekühne That stellte die Ordnung wieder her, und die Nachhut sich vorder Brücke von Dolcncourt auf einem bewaldeten Abhänge auf. In derNacht räumte sie Dolencourt, und wurde alsbald von den Kosaken desGrafen Pahlen in der Richtung auf Magny-le-Fouchar verfolgt. DieBrücke von Dolcncourt wurde mit Fußvolk und Geschütz besetzt. Dasfünfte Armeccorps lagerte zwischen Bar und Ailcville, das sechste beiArgonval und Dolcncourt, der König von Preußen und der Feldmar,schall Fürst Schwarzenberg kehrten nach Colombe-lcs,deux-Eglises zurück.

*) „Auch die Einwohner der Stadt trugen, wie Tages vorher, auch jetzt dasIhrige zur hartnäckigen Vertheidigung bei- Endlich blieb kein Franzose mit Waffenmehr in der eroberten Stadt zurück. Und jetzt fanden die Baicrn ihren Ruhm darin,daß sie sich jeder Rache an den Einwohnern, jeder Grcuelthat, jeder Plünderungoder Bedrückung großmüthig enthielten." Völderndorff, IV. 8, 153.

**) Siehe S. 442 dieses Theiles.

«") livob, II. 10.