über den Ourcq zu gehen, und das schlcsische Heer gegen die Ebene vonOulchy-la-Wille zu drängen. Die Division Friant, die Reiterei der Garde,jene des Generals Grouchy und das Corps des Marschalls Ney solltendem Feinde in der Richtung von La-Ferc-cn-Tardenois nacheilen. DasCorps des Marschalls Victor und die Division des Generals Arrighiwaren schon am Tage zuvor auf dem Marsche nach Chateau-Thierry, undsollten da am 3. eintreffen. Der Kaiser Napoleon beabsichtigte, währender das schlcsische Kriegsherr von vorne drängen ließ, es in seiner linkenFlanke zu umgehen, indeß Grouchy mit der Reiterei ihm die Straßevon Chateau-Thierry nach Soissons abschneiden sollte*). Soissons aber,auf dessen Aushalten der Plan Napoleons berechnet war, befand sichbereits wieder in der Gewalt der Verbündeten.
Zweite Einnahme von Soissons.
Um r. MSr,.
In Folge der Befehle des Fcldmarschalls Blücher war das Corpsdes Generals Bülow am I. März von Laon bis Anicy-lc-Chateaumarschirt, wo die Brigade Thümen, von der Einnahme von La Ferezurückkehrend, sich wieder mit demselben vereinigte. Das Corps Winzin-gerodes marschirte von Rhcims nach Fismes, und die Vorhut gegenSoissons. Am 2 . März rückten die beiden Corps gegen Soissons vor, undtrafen daselbst ein, Bülow auf dem rechten, Winzingerode auf demlinken Ufer der Aisne. Die Eroberung von Soissons war von großerWichtigkeit, weil, wenn diese befestigte Stadt nicht fiel, das schlcsischeHeer sich erst Brücken schlagen mußte, damit die Vereinigung mit Bülowbewirkt werden könne. Soissons befand sich ziemlich in demselben Zustande,wie vor der ersten Einnahme; die Besatzung bestand aus 1600 kricgs-gcwohnten Polen, und die Artillerie war sowohl zahlreicher als besser bedientwie zur Zeit der ersten Einschließung. Die verbündeten Generale ließendie Stadt durch ihr Fußvolk umstellen, hierauf mehrere Stunden lang ausschwerem Geschütze beschießen. Die Artillerie des Platzes antwortete lebhaft,und da die verbündeten Generale sahen, daß die Beschießung zu keinemZiele führe, so dachten sie an Sturm, denn schon hörten sie den Kanonen-donner von May, und wußten, Laß das schlcsische Heer seinen Rückzugauf der Straße von Soissons nehme. Sie versuchten jedoch zuvor denWeg der Unterhandlung, und in der That ließ sich der General Moreau,Commandant von Soissons, ein, obschon eben jener Kanonendonner, denauch er hörte, und der sie zur Eile trieb, ihn zum Ausharren hätte ver-mögen sollen, weil ihm derselbe die Nähe der Marschälle mit Gewißheit,seines Kaisers mit Wahrscheinlichkeit verkündete. Es gelang dem preußischenRittmeister Wartens, den General Moreau zu einer Capitulation zubewegen, worin er gegen die Bewilligung freien Abzuges mit allen Kanonen**),
*) «ocl,, I. p. 372.
**) DaS Zugeständnis dieser Bedingung hätte den General Moreau überzeugensollen, wie sehr es den Verbündeten um den Besitz von Soissons zu thun fei, und