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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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übereingekommen, von bcn zu eröffnenden Unterhandlungen die Frage überdas Scerecht gänzlich auszuschließen*).

Zu Bevollmächtigten wurden ernannt: für England die Lords Aberdecnund Cathcart, und Sir Charles Stewart**); für Oesterreich derGraf Stadion; für Preußen der Baron Humboldt; für Rußlandder Graf Rasumoffsky. Der Letztere erhielt von seinem Monarchenvor der Abreise zum Congrcsse Befehl, nichts zu übereilen, und in keinemFalle etwas Entscheidendes zu unterzeichnen, ohne zuvor seine Willens-mcinung einzuholen***), wie denn der Kaiser Alexander überhaupt aufdie Fortsetzung des Krieges, und auf die Nothwendigkeit, große Erfolgezu erkämpfen, um einen Frieden, wie ihn Europa brauchte und der nichtso schnell wieder gestört würde, zu erlangen, mit Feuer und Nachdruckbestand-f). In denselben Tagen, als die Kricgshccre sich zum Kampfein Bewegung setzten, thaten es auch die Diplomaten, um ihren nichtminder heißen Fcldzug zu eröffnen.

Es läßt sich nicht läugnen, daß die Friedensbedingungcn, welche dieVerbündeten dem Kaiser Napoleon vorschreiben wollten, von einer solchenBeschaffenheit waren, daß sie von ihm nicht wohl in ihrem ganzen Umfangeangenommen werden konnten. Er sollte nicht nur auf Alles verzichten,was er selbst erobert, sondern auch Alles aufgeben, was vor ihm in denFcldzügcn der Republik errungen worden war, mithin das Reich kleinermachen, als er es überkommen hatte, was seinem Krönungscide zuwiderlief.Er sollte überdies auf jede Stimme bei der künftigen Organisation Europasdurch die Verbündeten Verzicht leisten, und sie zum Voraus anerkennen,was in der That einer Ausschließung Frankreichs von den europäischenAngelegenheiten in ihrem wichtigsten Momente und eine Zumuthung war.

*- Siehe hierüber Michailofsky-Danilefsky, I. 43—44, und den Entwurf desPräliminarfriedensvertrages, dem französischen Bevollmächtigten in der Congreßsitzungvom 17. Februar mitgetheilt, in Notes et Melsoxes, x->r I« gelierst eomte lleblontbolon, It. 362 — 367.

Bruder Castlereaghs und jetziger Lord Londondcrry» Leider bietet sein, vonuns mehrfach citirtes Werk (Ekendahlsche Uebersetzung) nur wenig in Betreff desCongrcffes von Chatillon.

***) Michailofsky-Danilefsky, l. S. 45. Uebrigcns geht dies auch aus demganzen Benehmen, welches der Graf Rasumoffsky auf dem Congreffe von Chatillonbefolgte, deutlich hervor.

ff) Siehe hierüber Michailofsky-Danilefsky, I. 33 — 43. Unter Anderem sagteder russische Monarch seinen erlauchten Verbündeten: „Wollen wir sogar annehmen,daß wir Frieden schließen; allein zur Ausführung der verschiedenen Artikel ist vielZeit nöthig. Wie viele Lander und Festungen von Mantua bis zum Lerel wird derFeind aufgeben und wir sie empfangen müssend Wenn Napoleon indessen seine Kräftegesammelt und eine der unzähligen Zufälligkeiten bcnützt, welche in einer so viel-umfaffenden Angelegenheit Veranlassung zu neuem Streite geben können, wer stehtuns bann dafür, daß er nicht die Friedcnsunterhandlungen in demselben Augenblickeabbricht, wo sich ihm Hoffnung auf Erfolg darbietet? Die einzige Vorsichtsmaßregelgegen Liese Gefahr besteht in der Vernichtung der Armeen, die er sammelt, unddarin, ihn der Möglichkeit zu berauben, neue Truppen auszurüsten. Alles diessteht mit der Veränderung der Dynastie in keiner Verbindung; doch wenn die Vor-sehung die Lage Napoleons so gestaltet, daß sie eine Waffe der Vernichtung seinespolitische» Daseins wird, so kann dies weder der Gerechtigkeit noch den VortheilenEuropas zuwider sein."