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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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Da cr jetzt aber von der Hauptstadt getrennt war, bedurfte es nurirgend einer Bestätigung, daß die Stimmung in Paris ihm entgegen sei,um die Verbündeten zu befeuern, auf Flügeln des Sturmwindes wennmöglich, nach Paris zu eilen. In der That waren von Tschernitscheffund Tettcnborn Briefschaften aufgegriffen worden, und zwar zum TheilBerichte an den französischen Kaiser, welche nicht nur über die Erschöpfungder öffentlichen Kassen, der Zeughäuser und Magazine Aufschluß gaben,sondern auch die Ueberzeugung gewährten, daß in Paris große Unzufriedenheitmit der kaiserlichen Regierung herrsche, ja sich sogar im Volke bedenkliche(Währung kundgebe*). Auch konnte weder die Sehnsucht der Marschällenach Ruhe, noch die Thätigkeit der Parteien der Bourbonen und derAnhänger der Freiheit den Verbündeten ganz unbekannt sein.

Jene vorerwähnten Berichte hatten die Monarchen und der Oberfeldhercin der Nacht vom 23 . zum 24 . erhalten. Am Morgen des letzteren Tageswurde zu Sommcpuis zwischen ihnen die Ausführbarkeit und Räthlichkcitdes Marsches auf Paris besprochen, aber an dem Beschlusse, über die Marnezu gehen und Napoleon nachzufolgen, nichts geändert, weil noch immer dieMöglichkeit vorhanden war, daß derselbe gegen die rechte Flanke des Haupt,Heeres marschire, mithin umgekehrt sei. Erst als man erfuhr, baß diefranzösische Armee nach ihrem Ucbergange über die Marne die Brücke beiFrignicourt zerstört habe, konnte man sicher sein, ungestört vor NapoleonParis zu erreichen, mithin den großen Entschluß zum Marsche dahin fassen.

Es bedarf keiner Auseinandersetzung, daß dieser Entschluß von demFürsten Schwarzenbcrg allein nicht gefaßt werden konnte. Man mußes daher als ein Glück betrachten, daß die Monarchen von Rußlandund Preußen anwesend waren, um den Marsch auf Paris gutzuheißen.Der König Friedrich Wilhelm war mit dem Fürsten Schwarzenbcrggegen zehn Uhr von Sommcpuis aufgebrochen, um mit den Colonncnder Hauptarmce auf Vitry zu ziehen; der Kaiser Alexander aber nochzurückgeblieben. DieAnregung war gegeben, und der Fürst Wolk»nsky**),welcher bereits für den Marsch auf Paris gestimmt hatte, fuhr fort, seinemMonarchen auseinanderzusetzen, um wieviel vorthcilhaftcr es sei, auf diefranzösische Hauptstadt loszugehcn, als dem Kaiser Napoleon zu folgen.Doch wir lassen die Berathung zwischen dem Kaiser Alcrandcr undseinen Generalen am Besten einen Zeitgenossen erzählen***): „NachdemFürst Wolkonsky seine Ansicht ausführlich auseinandergesetzt hatte, befahlihm der Kaiser, die im nämlichen Hause befindlichen Generale Barclay de

*) Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Bericht deß Polizeiministcrs Savary,daß cr für die Hauptstadt nicht stehe, wen» sich der Kriegsschauplatz nicht von ihrentferne (vergl. S. 109 dieses Bandes die Note***)), unter den, von Tschernitscheffin der Gegend von Sommesous am 23. aufgefangenen Briefschaften sich befand.

**) Dieser General sühnte durch die Einsicht und das Feuer, womit er auf denMarsch nach Paris drang, den bei Lützcn 1813 begangenen Fehler. Siehe S. 166des I. Theiles dieses Werkes. Es ist ein böser Druckfehler, daß auf jener Seite,Zeile 14 von oben, Graf Woronzoff steht, es muß Fürst Wolkonsky heißen.

***) Den russischen Generallieutenant und Senator Michailofsky-Danilefsky, inseinem Werke über den Feldzug von 1814, 1l. 80.