Band 
Zweiten Theiles Zweiter Band.
Seite
228
JPEG-Download
 

228 -

i

worden. Doch stand noch bei Romans selbst, am rechten Ufer, eine feind, ,liche Abtheilung *), welche eine Schwadron, die zur Erhaltung der Der« jbindung mit dem General Galt zu Donat aufgestellt war, überfiel und !größtcnthcils gefangen nahm.

Gefecht bei St. Romans.

Am 2. Avril.

Um sich des wichtigen**) Ucbcrgangspunctes von Romans, den mansehr stark besetzt glaubte, zu bemächtigen, befahl der Erbprinz den Angriffauf denselben. Demnach rückte der Fcldmarschalllicutenant Baron Bianchiam 2. April mit den Brigaden Bakony und Quallenberg von St. Balliernach Tain-vor, wo seine Avantgarde unter dem Baron Lcdcrcr schonseit dem 27. stand. Romans war, wie man erfuhr, von der BrigadeGudin ***) besetzt, und es wurde der Marsch dahin unverzüglich angetreten. -Die Avantgarde Lederers, zu deren Unterstützung ein Bataillon Hiero- !nymus ColloreLo und zwei Bataillone Estcrhazy bestimmt wurden, stieß !um zwei Uhr des Nachmittags auf den Feind, welcher das nahe bei Romans -liegende Capuzincrkloster und die anstoßenden Gärten und Häuser besetzthielt. Es kam zu», Geplänkel, und während desselben ging der F-cldmarschall,licutcnant Bianchi mit einer Abtheilung der Avantgarde links um dieStadt, schickte eine zweite rechts um dieselbe, und gedachte durch die Bedrohungder Brücke den Feind zum Rückzüge zu zwingen. Dieser gewahrte entwederdiese beiden Scitencolonncn nicht oder schätzte sie anfangs gering, blieb inseiner Aufstellung, und wurde nun aus Befehl des von Tain eben angc,kommenen Erbprinzen von den drei Bataillonen der Regimenter Eolloredound Esterhazy in der Fronte angegriffen. Der Feind leistete in seinervorthcilhaften Aufstellung in den Gebäuden und Gärten den hartnäckigstenWiderstand; als er aber den vollen Umfang der Gefahr, die ihm dieerwähnten zwei Seitencolonncn bereiteten, erkannte und ernstlich befürchtenmußte, von der Brücke abgeschnitten zu werden, bewerkstelligte er, von denBataillonen Estcrhazy und Collorcdo verfolgt, unter beständigem Gefechteseinen Rückzug durch die Stadt, über die Nothbrücke, und warf dieselbe ,hinter sich ab. Romans wurde hierauf von den Truppen der Avantgarde i

besetzt. Das Gefecht hatte den Oesterreichern einen Offizier und 20 Mann j

an Todten, einen Stabsoffizier, drei Oberoffiziere und 95 Mann an Bcr, iwundctcn gekostet ff).

Der Erbprinz von Hessen,Homburg ließ nach der Eroberungdieses einzigen, an der unteren Iscre noch im Besitze des Feindes gewesenen

*) Die durch das gesprengte Joch entstandene Lücke hatten die Franzosen mittelsSchiffsseilen und Brettern, einer Hangmatte ähnlich, überbrückt. OesterreichischcMilitairzeitschrift von 1821, VIII. 165.

") Vergleiche S- 227 dieses Bandes, die Noten"*) und ch).

"*) Zwei Regimenter, das 7. Linien- und das 23. leichte Infanterieregiment--h) Weder Plotho noch 1-oell erwähnen des Gefechtes von St. Romans, wasbei dem letztgenannten Schriftsteller um so mehr in Verwunderung setzt, da dasselbenichts weniger als unrühmlich für die Franzosen gewesen ist, und einen vollkommenklaren, strategischen Zweck gehabt hat.