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Ein kaiserliches Decrel von, 3. Januar 1814 hatte befehlen, daß dieInfanterie der Pariser Nationalgardc aus zwölf Legionen bestehen solle.Die Legion war in vier Bataillone, das Bataillon in fünf Compagniccnqeibcilt, und zwar sollte darunter eine Compagnie aus Grenadieren bestehen.Da jede Compagnie zn 125 Mann festgesetzt war, so würde nach diesemDecrcte die Pariser Nationalgardc 30,000 Mann stark gewesen sein. Esfehlte aber viel, daß diese für Paris so geringe Anzahl *) zusammenkam.
Durch spätere kaiserliche Decrcte wurde der Nationalgardc von Parisnoch Artillerie, ein Jngcnicnrcorps, und eine Compagnie berittener Guidcnzugewiesen. Die Artillerie, deren Gcschützzahl schon angegeben worden**),bestand aus zwei Bataillonen, in welche 300 Zöglinge der polytechnischenSchule, und 480 Veteranen aus dem Jnvalidcnhause eingereiht waren.Das Jngcnienrcorps bestand aus den Beamten des Straßen- und Drückcn-banamtcs, und war mit den Befestigungsarbeiten an den Barrieren beschäftigt.Die Gnidencompagnic endlich war nur drei Züge stark.
In dem ersten Plane zur Vertheidigung von Paris hatte die zu seinerAusarbeitung niedergesetzte Commission beantragt, die Nationalgardc derBezirke St. Dcnis und Scaux zu organisircn, jene der äußeren Vorstädte ***)aber mit den Legionen der ihnen zunächst liegenden Stadtviertel zu ver-schmelzen. Aber der Kaiser Napoleon hatte mit jenem Plane zugleichdiesen Antrag verworfen. Als nun die Gefahr der Hauptstadt wieder näherkam, und Joseph veranlaßte, jenem ersten Befestigungsentwurfe seineAufmerksamkeit zuzuwenden, erließ er am 15. März ein Dccrct, wodurchdie gesammte Nationalgardc des Seincdepartcmcnts unter die Befehle desMarschalls Monccy gestellt wurde. Allein es fehlte an Zeit zn ihrerOrganisirung. Mit Ausnahme jener von Bcllcville, von Bcrcy, vonSt. Dcnis, und der Zöglinge der Thierarzncischule von Alfort, cxistirtcn dieübrigen Nationalgarden der Umgegend von Paris****) nur auf dem Papieres-).
Die Zahl der eingeschriebenen Nationalgarden von Paris selbst betrug31,000 Mann s-s). Scchzchntauscnd Mann fehlten, als es zum Ernstekam. Die Bewaffnung der Nationalgardc, welche kein eigenes Zeughausbesaß st-ss-), war unzureichend, zum Theil schlecht. Aus dem kaiserlichenZeughausc war nur eine geringe Anzahl calibergcrechtcr Musketen der National-gardc geliefert worden. Die übrige Bewaffnung bestand daher aus Karabinern,Jagdflinten, alten Gewehren jeder Art, deren Gebrauch häufig für den
*) Als Napoleon im Jahre I80S auf dem Glacis zu Wien das Bürgermilitairmusterte, stellten sich 30,000 wohlbewaffncte Bürger auf- Nach diesem Verhältnissewürde die Pariser Nationalgardc 00,000 Mann haben stark sein müssen.
Siehe S. 312 dieses Bandes.
***) Darunter versteht man die vor den Barrieren liegenden Vorstädte, z. !8.La Billette, LeS Bagnollettes u- s. w.
-h) Itocli, II. 432.
stst) Es wurden alle Steuerpflichtige, oder Söhne von Steuerpflichtigen, welchezehn Franken oder mehr an Pcrsonalstcuer bezahlten, in die Listen eingetragen,chchst) Das Bürgermilitair von Wien besitzt ein eigenes Zeughaus, aus welchem zujeder Stunde eine Armee von 100,000 Mann mit Obergemchr, Seitengewehr undArtillerie versehen werden kann.