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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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der Mann, welcher decrctirtc: „das Haus Braganza hat aufgehört inEuropa zu regieren," welcher seinen Verbündeten*), den Herzog vonOldenburg, des Landes verlustig erklärte, ohne es der Mühe werth z»erachten, diesem Fürsten, der zu eben der Zeit zwei Gesandte zu Parishatte**), davon auch nur die einfachste Anzeige zu machen, — der Mannbesaß nicht Fug, zu klagen, es geschehe ihm in der Wesenheit oder auchnur in der Form ein Unrecht. Noch denselben Tag ertheilte Alexanderdem General Caulaincourt die zweite Audienz, und fügte diesem zuwissen, daß, nach der eben bekannt gemachten Erklärung, die Verbündetenauf Napoleons Anträge keine Antwort mehr zu geben hätten***).

Die Ereignisse in Paris folgten nun mit reißender Schnelligkeit.Der Fürst Tallcyrand berief in seiner Eigenschaft als Vicegroßwahlherrden Senat. Dreißig Mitglieder, die zu Paris geblieben waren, fandensich in der Sitzung vom i. April ein und ernannten eine provisorischeRegierung, welche aus dem Fürsten Tallcyrand, den Grafen Bcurnon -villc und Jaucourt, dem Herzoge von Dalbcrg und dem AbbeMontesquieu bestand, und unverzüglich die Leitung der öffentlichen An-gelegenheiten übernahm. Am 2. April genehmigte die provisorische Regierungeine Adresse an die französischen Armeen, worin sie dieselben alles Gehor-sams gegen Napoleon entband, und ihnen verkündete, daß sie fortannicht diesem Manne, sondern nur dem Vatcrlandc angehörten. Am 2. April,um neun Uhr des Abends, endlich entsetzte der Senat Napoleon Bvna-

*) Der Herzog von Oldenburg war Mitglied des Rheinbundes.

**) Der mecklenburgische Oberhofmeister und Gesandte von Lützow war ordentlicheraccredirtcr Gesandter, der vldenburgische Hofmarschall von Maltzahn außerordentlicherGesandter des Herzogs von Oldenburg, welcher die Einverleibung seines Landes mitdem französischen Kaiserreiche Lurch die Zeitungen erfuhr.

***) Da unser Werk sich zunächst nur mit den Kriegsereigniffen der Jahre 1813.1814 und 181ä beschäftigt, mit den politischen Vorgängen aber nur, sofern sie ent-weder die Kriegsereignisse erklären ober durch dieselben erzielt wurden, so können wiruns nicht in die Untersuchung der Frage einlassen, inwieweit der Kaiser Alexanderder nächste, erste, dictatorgleiche Urheber jener denkwürdigen und folgenreichenErklärung war, oder nicht. Wir theilen einfach mit, was der russische General-lieutenant und Senator Michailofskv-DanilcfSkv, der damals und lange nachher umdie Person des Kaisers Alexander war, hierüber (1l. 189) sagt: „Einige Stunden nachder Besetzung von Paris wurde eine, vom Kaiser (Alexander) unterzeichnete Proklamationbekannt gemacht, in welcher Seine Majestät die Franzosen aufforderte, eine provisorischeRegierung zu erwählen, und ihnen kundthat, daß weder Er noch die Verbündetenmehr mit Napoleon und den Gliedern seiner Familie in Unterhandlung treten würden.So kam denn endlich die Idee ans Tageslicht, welche der Karserlange schon zum Wohle der Menschheit gehegt hatte. Seiner Seeleentkeimte sie nicht jetzt erst im Glücke, im Entzücken des Sieges, wo die Gewißheit desErfolges auf seiner Seite war, sondern in den Tagen der Prüfung, als Napoleon dieKruppen des größten Theiles der verschiedenen Machte an seine Fersen gebannt hakte,und den Kreml durch seine Gegenwart schändete; — >m bedcutungsreichen Jahre 1812,als der Streit darüber begann, wer bestehen solle, und wer nicht; wo Alexandersagte- „„Ich oder Napoleon, er oder ich, — zu gleicher Zeit können wir nichtherrschen!"" Die Feldzügc in Deutschland und in Frankreich waren nichts Anderesals die Entwickelung dieser Idee, die Anstrengung, sie in Ausführung zu bringen.Das ist der Schlüssel zu dem Geheimnisse, weßhalb der Kaiser darauf bestand, nichtmit Demjenigen Frieden zu schließen, der das politische Gleichgewicht erschütterte,und zur Fröhnung seiner Lüste Europa bluten ließ, und Millionen Menschenvernichtete."