Band 
Zweiter Band.
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Andrea Palladio.

senen Hofes erheben; dort zahlreiche Nebengebäude, die aufeine geschickte Weise unter sich verbunden, sich an den Palastanschließen, der sie beherrscht. Anderswo besteht das Wohn-haus aus vier, durch eine Kuppel in der Mitte mit einanderverbundenen Gebäuden, wovon jedes mit einem Säulengangegeziert ist. Gewöhnlich führen große Säulenlauben zu demHauptgebäude, und diese Nebentheile sind in ihren Planen,von einem Projekte zum Andern, eben so verschieden, als esdie Gebäude in ihren Aufrissen sind; und immer bietet derAnblick jeder dieser Compositionen ein sinnreiches Motiv dar,welches einen malerischen Effekt hervorbringt.

Wir fügen hinzu, daß bei allen diesen Erfindungen einverständiger Geschmack, eine reine Ausführung und eine treff-liche Wahl der Formen und Verzierungen mit einer Mischungangenehm combinirtcr Materialien herrschen, ohne daß irgendwosich die mindeste Bizarrerie zeigt. Nirgends sieht man gebro-chene oder verstümmelte Giebel, nirgends unnütze Vorsprüngenoch geschweifte Formen, abgeschnittene Details oder überflüssigeVerzierungen; immer nur gerade Linien oder regelmäßige Cur-ven; keine vermischte Linien in den Planen, keine wellenförmi-gen Aufrisse, noch unterbrochene oder verkröpfte Hauptgesimse.

Der Erfindungen Palladio's in dieser Art, und der Unter-nehmungen, die seinem Genie dargeboten wurden, oder zuwelchen dasselbe Veranlassung gab, waren endlich eine solcheMenge, daß seitdem in allen Ländern wenig große Gebäudeaufgeführt wurden, die ihm nicht irgend einen Tribut derNachahmung zollten. Die allgemein verbreitete Meinung bestä-tigt es: das ist Palladio , sagt man, wenn man bei Palästenin der Stadt oder auf dem Lande hinsichtlich des Styls oderder Composition das Werk eines neuern Architekten loben will.

Der Name Palladio's, schon weit und breit in ganz Italien bekannt, mußte um so mehr noch in Venedig erschallen, woer nahe bei dieser Hauptstadt, an den Ufern der Brenta, den