48
Was an diesem innern Aufrisse besonders bemerkt zu werdenverdient, sind die Säulenordnungen der bereits oben erwähntenVorspränge. Dem des Eingangs oder der äußern Fa^ade,von vier dorischen Säulen mit Piedestalen auf einem fortlau-fenden Untersatze, und über denselben von einer ähnlichen ioni-schen Säulenordnung gebildet, fehlt es weder an Eleganz, nochan Correktheit des Styls und der Details.
Noch mehr aber bewundert man die beiden Vorspränge anden zwei Hauptseiten des Hofs. Der Erste wird aus zweiSäulenordnungen übereinander, einer dorischen und einer korin-thischen, gebildet. Der Zweite, noch majestätischer als derErste, besteht nur aus einer Ordnung von vier großen korin-thischen Säulen, die so hoch als das Gebäude sind und einsehr schönes Peristyl bilden. Die mittlere Säulenweite, breiterals die beiden übrigen, öffnet den Zugang zur Treppe, diehier ihren Anfang nimmt. Die Pilaster unter diesem Peristylentsprechen den Säulen. Zwischen den vier Seitenpilasternbefindet sich immer eine Nische, in welchen ehemals die beidenFiguren Michel Angelo's standen, welche ursprünglich für dasGrabmal Julius II. bestimmt, nach und nach von dem Schlossevon Ecouen in das Hotel Richelieu und von da in das könig-liche Museum übergingen. Das Gesims dieser Säulenordnungist sehr reich und der Fries mit Trophäen und anderen allego-rischen Gegenständen geziert, die sich auf die Familie Mont-morency beziehen.
Der zweite Vorsprang, welcher dem Ersten entspricht,stellt blos die Form einer mit zwei dorischen Säulen aufPiedestalen gezierten Arkade dar. Die Säulen tragen einsehr schönes Gesims mit Dreischlizzen, woran die Metopenmit Waffenrüstungen, Kronen und Symbolen ausgefüllt sind.Die Archivolte sind mit geflügelten Siegeögöttinen geziert,mit Lorbeerzweigen in den Händen. (S. das zu diesem Ar-tikel gehörige Kupfer.)