Band 
Zweiter Band.
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Pierre Lcscot, Jean Gougeon.

nach den damals angenommenen Ideen, in der zweiten oderHauptetage, durch die sogenannte zusammengesetzte Ordnungzu überbieten. Wirklich übertrifft diese Etage die Untere sowohldurch den Luxus ihrer Fenstereinfassungen, als durch die Eleganzder Fruchtschnüre ihrer Friese. Obgleich man gestehen muß,daß zwischen den beiden Etagen oder den beiden Säulenord-nungen ein wenig zu viel Aehnlichkeit oder Gleichheit herrscht,so bezeichnet doch jedes Einzelne, für sich allein genommen,einen Architekten, welcher mit den besten Doktrinen genährtund von den Schönheiten des Alterthums erfüllt, alle Ge-heimnisse seiner Kunst besaß.

In Folge seines Systems eines von unten nach oben fort-schreitend steigenden Luxus, verschwendete Lescot in seinerAttika einen solchen Reichthum, den man sich kaum größer zudenken vermag. Indessen scheint eine gewisse Art von Schick-lichkeitsverhältniß in der Fa^ade eines Palastes den Grad desnach der Wichtigkeit jeder Etage anzuwendenden Reichthumsvorzuschreiben; und Lescot überschritt, abgesehen von einigenanderen Betrachtungen, in der Decoration seiner Attika unstreitigalles Maaß. Dieß führt uns zu dem zweiten Gesichtspunkt.

Man muß sich in das Jahrhundert Leöcot's zurückversetzen,wo alle Künste durch das Studium bei einem und demselbenKünstler sich in der Praxis der Zeicbnungsknnst vereinigt fan-den. Kein Zweifel also, daß Lescot nicht auch ein großerZeichner, und als Solcher besonders in der Oecorationszeich-nung sehr geübt gewesen. Das Uebermaaß von Verzierungenund Details, welches man an der Attika, die sein Gebäudekrönt, mit allem Rechte rügen kann, abgerechnet, muß manindessen eingestehcn, daß man nicht eine Einzige seiner Ver-zierungen, nicht ein einziges Detail derselben findet, die nichtgroßartig erdacht und im Ganzen wie im Einzelnen auf dasFleißigste ausgeführt sind. Fügen wir noch hinzu, daß ihmsowohl für das Grandiose und Kühne der Ausführung, als