Band 
Zweiter Band.
JPEG-Download
 

66

Domcnico Fontana.

gezierte Kuppel, deren Form und Verhältniß man bewundert,und die an jedem andern Orte, als zu Rom , eine verdienteCelebrität erlangt haben würde. Ihr Grundriß bildet einGriechisches Kreuz. Ihr Aufriß besteht aus vier großenBogen, auf deren Zwickeln sich der mit vieler Pracht verzierteDom erhebt. Der nämliche Kardinal ließ zur nämlichen Zeitganz nahe bei dieser Kirche, durch Fontana einen sehr schönenPalast aufführen, welcher seitdem unter dem Namen der VillaiVe^roni bekannt.

Gregor Xlll., welcher den Kardinal Montalto so großeAusgaben machen sah und ihn deswegen für sehr reich hielt,entzog ihm seine Pension. Der Papst befand sich im Irr-thume, und die Unternehmungen, welche aus Mangel anFonds nicht fortgesetzt werden konnten, wurden sofort einge-stellt. Vielleicht wären sie auch nie vollendet worden, wennnicht der Architekt, dem Kardinal aufrichtig ergeben, und yvllEhrgeiz, seine Projekte auszuführen, eine Summe von tausendrömischen Skudi, die Frucht seiner Arbeiten und seiner Er-sparnis;, sich vom Hause hätte schicken lasten. Mit dieser sehrmäßigen Summe fand er Mittel, die Arbeiten der Kapelletlel l^rese^io fortzusetzen. Diese Großmuth Fontana's wardie Quelle seines Glücks.

Kurze Zeit darauf wurde der Kardinal Montalto Sirius V.und Fontana Architekt des Papstes.

Die Kapelle ckel kresepio wurde gänzlich vollendet undder erwähnte Palast erhielt in seinen Gebäuden und Gärteneine Vollständigkeit, die ihn lange zu einem der merkwürdigstenPaläste Roms machte. Das Hauptgebäude besteht in einersehr einfachen viereckigen Masse von drei Stockwerken, mitInbegriff des Erdgeschosses. Ein Vorbau dient dieser Massezur Frontispl'ce und stellt einen, aus drei Arkaden bestehendenPortikus dar, welcher die Vorhalle des Eingangs bildet. DiePfeiler dieser Arkaden ziert eine dorische Säulenordnung. In