Band 
Zweiter Band.
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84 Vincenzo Scamozzi .

legen. Er übergab zwei Plane/ den einen nur mit einemeinzigen, den andern mit drei Bogen. Oekonomische Gründe,wie es scheint, bewogen die Regierung, dem Projekte Anto-nio's del Ponte den Vorzug zu geben. Wie dem auchseyn mag, so reklamirte Scamozzi in seiner Abhandlung überdie Architektur und an anderen Orten die Ehre der Autorschaftdes Plans der gegenwärtigen Rialtobrücke, welcher Anmaßunghingegen mehrere von Temanza angeführte Autoritäten wider-sprechen.

Eine noch größere Unannehmlichkeit erfuhr Scamozzi beider Erbauung des Klosters und der Kirche von 8snia lVIariaäella 6e1estia, deren Wiederaufrichtung die Erplosion undder Brand des Arsenals im Jahre 1569 nothwendig gemacht.Unser Architekt entwarf hierzu einen sehr schönen Plan, wel-cher von den Klostergeistlichen angenommen wurde. Scamozzi hatte sich vorgenommen, hier eine Nachahmung des Pantheonsvon Rom darzustellen. Man weiß aber nicht, durch welcheSchwierigkeiten und Intriguen die Ausführung unterbrochenworden. Schon war das Gebäude bis zum Gesimse der zwei-ten Säulenordnung gediehen, als die Arbeit eingestellt und nachmehrjährigen Einwendungen und Widerlegungen das Ganzevernichtet wurde.

Glücklicher war Scamozzi bei Vespasian Gonzaga , Herzogvon Sabionetta, welcher ein Theater nach der Art jenes vonvon Vicenza , das heißt, nach dem Systeme der alterthümlichenTheater aufführen ließ. Hier wußte er sich als würdiger Nach-folger Palladio's zu zeigen. Das Schicksal wollte jedoch, daßdieses Werk nicht auf uns kommen sollte. Wir können unsnur noch durch die, von dem Architekten hinterlassenen Zeich-nungen, eine Vorstellung von demselben machen.

Der Senator Pietro Duodo, ein sowohl durch seine derRepublick geleisteten großen Dienste, als durch seine Kennt-nisse und seinen Geschmack ausgezeichneter Mann, hegte eine