Band 
Zweiter Band.
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Vincenzo Scamozzi . 89

die Spitze der schönsten Werke der Civil-Architektur gesetztzu werden verdient. Scamozzi wendete dabei die drei Säu-lenordnungen in den besten Verhältnissen, mit der größtenRegelmäßigkeit und Richtigkeit, mit allem Reichthum unddem schönsten Geschmacke an, welche mit ihrer Anwendungauf Pfeilern, Arkaden und bei den Fenstereinfassungen nurverträglich sind.

Die erste Reihe der Säulenlauben, welche das Erdge-schoß bildet, ist mit Säulen dorischer Ordnung geziert. DieArchivolte haben in ihren Feldern Figuren von Bildhauer-arbeit. Der Schlußstein eines jeden Bogens bildet eineMaske von ganz erhabener Arbeit. Die Mctopcn des Frie-ses sind mit verschiedenen Symbolen ausgefüllt. Ueber demKarnieß erhebt sich ein fortlaufender Untersatz der Säulen,von den Balkons mit doppelt geschweiften Balustraden derFenster der mittlern Etage durchschnitten, welche ebenfallsin Arkaden, aber von minderer Bogenweite als die Unteren,bestehen. Die Säulenordnung dieser Etage ist die jonische,welches eine merkliche Progression von Eleganz und Reich-thum darbietet. Außer diesen Wandsäulen auf den Pfeilernder Bogen, deren Archivolte ebenfalls mit Basreliefs geziertsind, unterstützen kleinere Säulen von der nämlichen Ord-nung den Kämpfer der Arkaden. Der Fries der großenSäulen ist mit fortlaufendem Arabesken - Laubwerk geziert.Die dritte Etage besteht aus einer korinthischen Säulenord-nung, gleichmäßig auf den Pfeilern zwischen den Fensternangebracht, über welche sich abwechselnd spitzwinkelige undbogenförmige Giebel erheben, die sich auf kleinere Säulen,ebenfalls korinthischer Ordnung, stützen. Die Großen tragendas längs der ganzen Linie fortlaufende reiche Gesims.

Diese dritte Etage nun ist es, die man Scamozzi haupt-sächlich zum Vorwurf gemacht, weil sie eine Unregelmäßig-keit in der Höhe mit dem Gebäude der kroeurstie vecssis