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Die Mineralquellen Europa'S.
gen darbieten. Dr. Tavares ") zählt in einem im Jahre 1810 erschie-nenen Werke allein in Portugal über zweihundert Mineralquellen auf;und dieß sind noch lange nicht alle, denn Vasconcellos'""ch schlägtdie Zahl der Thermalquellen auf eben so viele an. Dergleichen Ver-schiedenheiten der Angaben finden indessen in der verschiedenen Art zuzählen, je nachdem nämlich mehre an einem und demselben Orte ent-springende Quellen als eben so viele oder nur einfach gerechnet werden,leicht eine theilweise Ausgleichung. Spanien besitzt, nach Wolf^),ungefähr 1.20» Mineralquellen, Seel spricht gar von mehr alsfünfzehnhundert.
Die Mineralquellen des westlichen Abhanges des iberischen Hoch-landes, der das Königreich Portugal bildet, sind fast sämmtlich schwe-felhaltig; selbst die wenigen salinischen und Stahl- oder Eisen-Wasser,die sich in diesem Lande vorfinden, haben einen merklichen Schwefelge-ruch. Die meisten Schwefelwasser Portugals gehören zu den Thermen,und letztere entspringen, so viel bekannt, sämmtlich aus Granit, derin vielen Theilen Portugals die vorherrschende Gebirgsart ist. DonSchwefelthermen sind namentlich aufzuführen:
Monchique und
Tavira im Königreiche Algarve;
Cabepa de Vise in Alemtejo;
Caldas de Rainhaö,
Gaeiras;
Banhos de Duque (in Lissabon);
Monte-Real und
Rio-Real in Estremadura;
Alcafache;
A r e g o s;
Canas de Senhorim;
Carvalhal;
Santa Gemil oder Lagiosa;
Sän Pedro do Sul;
Prunto, Azenha oder Dinha da Nainha;
NanhadoS;
*) Gairdner, a. a. O. S. H8.
'P H. F. Link, Bemerkungen auf einer Reise durch Frankreich, Spanienund vorzüglich Portugal. Dritter Theil. S. isa. Kiel, isoa.
»»») W olf's neuestes Gemälde von Spanien und Portugal. S. 11. Wien, i 83 i.(Auch unter dem Titel: Schütz, allgemeine Erdkunde, neu bearbeitetvon Tielcka und Sommer. Achtzehnter Band).
»»*») Seel, die Völker Spaniens und ihre Fürsten. Erste Abthl. S. 87.