Band 
Zweiter Band.
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Carlo Maderno .

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völlig rechtfertigen könnte, vermöchte doch deswegen das Werkselbst noch nicht vor dem Richterstuhle des Geschmackes zurechtfertigen. Sagen wir es demnach: daß diejenigen, welchedie Verwandlung des Planes eines griechischen Kreuzes in deneines lateinischen als einen unverzeihlichen Fehler betrachten,vergessen zu haben scheinen, daß das lateinische Kreuz der ersteTypus der neuen wie der alten St. Peterskirche war, welchenBramante angenommen hatte, wovon man sich durch den unsvon Serlio aufbewahrten Plan überzeugen kann. Auf diesenPlan zurückkommen, war demnach nichts Anderes, als aufdie älteste Idee, und auf das Projekt des ersten Architektenzurückkommen. Man sieht daher nicht ein, warum man sichso sehr gegen eine angebliche Neuerung erhebt, die weiternichts als eine Rückkehr zu dem alten Projekte war.

Ist es endlich wohl wahr, daß man, wie Milizia behauptet,dieser Verlängerung die Wirkung zuschreiben müsse, worübersich diejenigen beklagen, denen die St. Peterskirche nicht sogroß erscheint, als sie wirklich ist? Wir gestehen, daß ihreKuppel jetzt nickt mehr, wie in dem Plane Michel Angelo's,die Haupt- und man könnte sagen, die einzige Rolle spielt,und daß zwei große Partien den Eindruck miteinander theilen,den jede Größe des Raums auf unsere Sinne macht. DieSt. Peterskirche Michel Angelo's würde unstreitig die mora-lische Größe gehabt haben, welche aus dem Prinzip der Einheithervorgeht; und die St. Peterskirche Carlo Maderno's hateine reelle und positive Größe, die aus dem Maaße entsteht.Für den physischen Sinn kann eine Vergrößerung von 180 Fußin der Länge, die Kirche unmöglich verkleinert haben. OhneZweifel fällt beim ersten Anblick der Raum, welchen ihr Um-fang einnimmt nicht so in die Augen, wie in Kirchen, derenauf Säulen gestützte Schiffe dem Auge einen freien Blick nachallen Seiten gewähren. Da aber die Kuppel der St. Peters-kirche ungeheure Pfeiler und ihre unermeßlichen Gewölbe

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