Band 
Zweiter Band.
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Jaques de Brosse.

Wir können nicht läugnen, daß dieser Mißbrauch, denwir hier eben erklärt, in dem Hofe des Palastes Pitti zuFlorenz von Ammanati , dem Nachfolger Bruneleschi's, wel-cher vielleicht die erste Idee dazu gegeben, am weitesten getrie-ben worden. Da man vermuthlich im Innern dieses Hofes,welcher dem Styl des Aeußern entsprechen sollte, die Säulen-ordnungen anwenden wollte, so war es freilich schwer, siedem schon vorhandenen Style, welcher bereits in der ganzenübrigen Masse herrschte, nicht zu unterwerfen. Auch siehtman die Wandsäulen dieser ganzen Anordnung mit horizon-talen Streifen von Bossogen durchschnitten, die sehr weit vor-stehen. Dieses gesammte Ganze trägt, bei vielem andernVerdienste, einen solchen Charakter von Größe und imposanterStärke, daß es gewissermaßen den Geschmack selbst zwingt,zu billigen, was die Vernunft, wenn sie allein Richten»wäre, nothwendig verwerfen müßte.

Vergleicht man das Werk des französischen Architektenmit dein Palaste Pitti , so scheint es zunächst, daß diese An-wendung der Boffage in dem Palaste Luxemburg nur eineunvollständige und geschwächte Nachahmung der FlorentinerVorbilder war. Indem de Brosse seine Bossagen allenthalbenabgerundet, hat er, wenn man so sagen darf, die Strengeihres Effekts abgestumpft, und sein Styl, welcher dadurchaufhörte, kräftig zu seyn, fiel in das Schwerfällige und Ein-tönige. Es gibt noch einige andere Betrachtungen, welcheerklären, warum der, von der eigenthümlichen Natur derMaterialien eines Landes eingegebene Gebrauch der Boffage,zu dem gleichen Zwecke in einem andern Lande mit anderenMaterien weniger anwendbar ist. Florenz bricht in seinenSteinbrüchen ungeheuere Materialien, deren Massen die ko-lossale Anwendung der Boffage selbst einzugeben und zu recht-fertigen scheinen. Man zweifelt aber, ob der Stein vonParis sich eben so geschickt zu dieser Art von Fiktion eignet.