146 Giovanni Lorcnzo Bernini.
er sich mit Angelika Galante, der Mutter unseres Künstlers,verheirathete. In der Folge, von Paul V. nach Rom beru-fen , um die Paulinische Kapelle von Hants Maria MaMorezu dckoriren, schlug er mit seiner Familie seinen Wohnsitz indieser Stadt auf.
Die Neigung Lorcnzo Bernini's, seines Sohnes, für diezeichnenden Künste, verkündigte sich schon in seiner frühestenKindheit. Der erste Unterricht in der Bildhauerei machte dieUnterhaltung seines zartesten Alters aus. Aber der Aufenthaltin Rom und der Anblick der großen Vorbilder beschleunigtenbei ihm die Entwickelung einer sehr frühzeitigen Reife. PaulV.war erstaunt, in einem zehnjährigen Kinde einen geschicktenBildhauer zu finden. Er sah schon damals voraus, waseinst aus ihm werden würde. Der Kardinal Maffei Barbe-rini bewunderte mit ihm die Leistungen dieses frühreifen Ta-lents. „Wachen Sie", sagte der Papst zu ihm, „überdie Studien Bernini's und sichern Sie den glück-lichen Erfolg, den man von denselben zu erwartenberechtigt ist. Ich schmeichle mir, daß er einst derMichel Angelo seines Jahrhunderts werden wird."
Diese schmeichelhaften Vorhersagungen machten auf denGeist des jungen Bernini keinen andern Eindruck, als daßsie ihn aufmunterten, sie zu rechtfertigen. Die Liebe zumwahren Ruhm bewahrte ihn vor.den Verführungen der Eitel-keit. Die einzige Triebfeder seines Ehrgeizes war der Wunsch,daß sein Name einst verdienen möchte, neben denen, seinerberühmtesten Vorgänger genannt zu werden. Er befand sicheines Tags mit Annibale Carraccio und anderen geschicktenMeistern in der Basilika von St. Peter. Bei'm Herausgehenaus der Kirche kehrte Carraccio sich gegen die Kuppel undsagte: „Es wird keine geringe Anstrengung des Ge-nies kosten, unter diesem Dome einen Hochaltaraufzuführen, der eines so erhabenen Tempels