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Zweiter Band.
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- Giovanni Lorenzo Bernini . 157

mit dem Denkmale selbst in dem Genie Michel Angelo's ge-boren worden, welcher die Idee derselben mit in's Grabgenommen. Wir zweifeln, ob irgend ein Architekt fähig ge-wesen, die Erfindung derselben wieder in's Leben zu rufenund auszuführen, als Bernini . Es war kein leicht zu lösen-des Problem des. Geschmackes, mit dem kolossalen Portaleder St. Peterskirche nach der Hand eine Art von Vorbühneund zwar auf eine Weise zu verbinden, daß sie nicht als einneuerer Zusatz erschien. Zwei Bedingungen waren dabei un-erläßlich zu erfüllen. Die Erste war: zwischen den hinzu-kommenden Säulcnlauben und der Hauptmasse des Tempelsein so richtiges Verhältniß zu finden, daß die Eine dadurchnur um so größer erschiene, und die Anderen nicht zu sehrverkleinert würden. Der zweite Punkt aber und vielleicht derschwierigste war die Vereinigung dieser Gallerien mit derarchitektonischen Säulenordnung des Peristyl's, welches nachden, von Carlo Maderno an dem Aufrisse vorgenommenenVeränderungen, statt nach dem Willen der ersten Architektenin isolirtcn Säulen zu bestehen, nur eine Masse von Wand-säulen und Wandpilastcrn darbot, mit welcher Gallerien vonoffenen Säulengängen sich nicht ohne große Unschicklichkeithätten vereinigen lassen. Bernini wußte alle diese Hindernisseals ein Mann zu besiegen, der gewohnt war, mit Schwie-rigkeiten zu spielen und selbst für seine Compositionen darausNutzen zu ziehen Nichts war glücklicher, als die Geschicklich-keit, mit welcher er mittels zwei ansteigender und mit Pilasterngezierter Gallerien, die sich an die kleine Säulenordnung derThüren und der beiden Arkaden an den zwei Enden des Por-tals anschließen, ein Auskunftsinittel zur wechselseitigen Ueber-einstimmung und Verbindung zwischen den Colonnaden unddem Portale zu finden wußte.

Vier Reihen Säulen nach einem halbzirkelformigcn Planeangeordnet, bilden zu beiden Seiten des St. PetcrSplatzcs