Giovanni Lorcnzo Bcrnini. 167
am Ende nichts mehr, als bloße Scheivemauern gewesen.Indessen legte man den Grund zu der Eingangsfa^ade, zu, welcher der König den ersten Stein legte. Mehr als eineIntrigue wurde damals gespielt, um den Fortgang des Bauesaufzuhalten. Bcrnini, welcher sich nicht entschließen konnte,den Winter in Frankreich zuzubringen, erhielt die Erlaubniß,nach Rom zurückzukehren.
Allem Anschein nach hatte mehr die Eitelkeit, als derWunsch, Bcrnini anzustellen, seinen Ruf nach Frankreich ver-anlaßt. Vielleicht crschrack man auch über die Kosten, mitwelchen die Ausführung seines Projekts verbunden. Bcrniniseinerseits war fein genug, um seine Lage zu beurtheilen.Es wurde in Allem wechselseitig der Anstand beobachtet, wel-ches'die Großmuth beweist, mit welcher man chn für seineReise entschädigt. Am Tage vor seiner Abreise erhielt er eineGratifikation von zwanzig tausend Thalern, mit dem Ver-sprechen einer Pension von sechs tausend Franken für ihn undfünfzehn hundert Franken für seinen Sohn. Man wollte,wie man sieht, auf diese Weise nicht sowohl seine Arbeitenbezahlen, als sich vielmehr das Recht erkaufen, sich seiner zuentledigen und von der Unternehmung abgehen zu können.Kaum war er abgereist, so wurde in der That auch beschlos-sen, sein Projekt fahren zu lassen.
In Folge dieses Beschlusses überreichte Claude Perrault ,unterstützt von Carl, seinem Brüder, welcher Sekretär desvon Colbcrt gebildeten Baurathes war, das Projekt des jetzigenPeristyls des Louvres, welches genehmigt, seine Ausführungaber erst nach langen Berathschlagungen und der Ansicht einesModells in erhabener Arbeit entschieden wurde, welches auseben so vielen Stücken im Kleinen bestand, als man im Großengehauene Werkstücke zu dem Gebäude brauchte. Dieses Modellwurde endlich angenommen, die Ausführung des Denkmalsaber erst im Jahre 1670 vollendet.