Band 
Zweiter Band.
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Jakob van Campen.

unter dem Namen der korinthischen und der zusammengesetz-ten, das nämliche System von Verhältniß und den nämlichenStyl von Verzierung darbieten, nothwendig monoton finden.Dann zeigt sich in den beiden Etagen eine allzu genaueWiederholung der doppelten Reihe großer und kleiner Fenster.Diese zu sorgfältige Symetrie muß einen Eindruck von Kälteund durch ihre Einfachheit sogar von Armuth hervorbringen,welchen die auf dieser Fa^ade zwischen den beiden Etagenzerstreuten Fruchtschnüre nicht zu verbessern vermögen. Manbedauert, die Hauptfenster der vier Fanden des Gebäudesnicht mit jenen schönen Gesimsen eingefaßt zu finden, welcheden natürlichen Reichthum der Vorderseiten der Paläste bilden.Endlich scheint es, trotz den zur Rechtfertigung der kleinenund niedrigen Eingänge angeführten Gründen, daß ein Archi-tekt von dem Verdienste van Campen's unmöglich in sehr großeVerlegenheit hätte gerathen können, das, was die Sicherheitdes Gebäudes, mit dem, was die Schicklichkeit, der Gebrauchund Geschmack bei einem Denkmal von solcher Wichtigkeit er-fordert, zu vereinigen. Das Nützliche soll allerdings vor demAngenehmen berücksichtigt werden. Aber das Genie der Ar-chitektur besteht auch darin, einen lästigen, beschränkenden Um-stand zu heben, und oft sogar ihn in Schönheit zu verwandeln.

Das Innere des Rathhauses von Amsterdam , merk-würdig wegen seiner schönen Anordnung, ist es besondersnoch wegen der Größe des Hauptsaales, wegen der Prachtseiner Verzierung und des Reichthums der Materialien.Wenige Gebäude, selbst in Italien , zeigen einen solchenLurus von Marmor, wie man ihn in den inneren Dekora-tionen dieses Denkmals findet, welches van Campen einenausgezeichneten Rang unter den berühmtesten Architekten dessiebenzehntcn Jahrhunderts sichert.

Man zeigt zu Amsterdam ein Theater, welches er fürdas holländische Schauspiel erbaut; ungleichen mehrere Grab-