des Königs eines großen Reiches schien ihm, gleich einer Artvon Tempel, den höchsten Grad einer Pracht zu verlangen,welche die Kunst nicht besser auszudrücken und bemerkbar zumachen vermag, als durch jenen äußern Lurus von Säulenund der Dekoration, welcher dem Betrachter imponirt undihm, während der Palast seine Bewunderung erregt, zugleicheine hohe Idee von dem Fürsten einflößt, der ihn bewohnt.
Das Peristyl des Louvres, besonders wie es aus denHänden Perrault's hervorging, das heißt, bevor die unterjeder Colonnade angebrachten Nischen durch Fenster ersetztwurden, konnte in der That blos als eine Art Portal, als einrein ideales Modell von Frontispice oder Vorderseite betrachtetwerden, die ohne Nutzen zu irgend einem Gebrauche, blosgeeignet war, den Glanz der Kunst zu erhöhen und den Augenzu gefallen.
Nach der Abreise Bernini's, produzirte Perrault sein Pro-jekt und dieses zog allein die Aufmerksamkeit auf sich. Umes mit mehr Reife zu untersuchen, wurde ein Baurath gebildet,welcher aus Le Veau dem ersten Architekten des Königs, demMaler Le Brün und Perrault bestand. Karl Perrault, seinBruder, wurde zum Sekretair desselben ernannt. Colbert selbst prästdirte in den Sitzungen, welche wöchentlich zweimalStatt fanden. Säulen, durch Architraven verbunden, welcheaus einzelnen Gewölbsteinen zusammengesetzt, waren damalsin Frankreich etwas ganz Neues. Man befürchtete besondersden Druck der Decken aus die Säulen. Um sich Rechenschaftüber die Ausführungsmittel abzulegen, wurde beschlossen, imKleinen ein Modell des Peristyl's mit eben so vielen kleinenSteinen aufzuführen, als man deren große brauchen würde,und sie durch Eisenstäbe zu verbinden, die ganz in dem Ver-hältnisse wären, wie sie im Großen seyn sollten. Durch dieAusführung dieses Modells wurde man über die Schwierig-keiten beruhigt, welcher der Gegenstand des Haupteinwurf's