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Zweiter Band.
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220 Franyois Blondel.

Reisen sind besonders geeignet, geschickte Unterhändler, einenicht sehr zahlreiche Klasse von Menschen zu bilden, derendie europäischen Staaten für ihre verschiedenen Interessen garsehr bedürfen. Blondel fand sich in diese Laufbahn versetzt.Wir wissen, daß er zu mehreren Unterhandlungen bei ver-schiedenen fremden Fürsten gebraucht wurde. Ein sehr ehren-voller Auftrag, den er als außerordentlicher Gesandter desKönigs an die ottomanische Pforte erhielt, verschaffte ihm,wie er in seinem 6ours ä'arclrirecturL selbst erzählt, Gele-genheit, Constantinopel zu sehen und Aegypten zu besuchen.Der Zweck seiner Mission war, gegen die Gefangenhaltung desfranzösischen Gesandten in den sieben Thürmen zu protestiren.Bei seiner Zurückkunft nach Frankreich wurde der Unterhändlerfür den glücklichen Erfolg seiner Bemühung mit dem Breveteines Staatsrathes belohnt. Die Gunst des Königs behieltseinen Talenten noch einen schmeichelhaftern Lohn vor, indemer sie nützlich machen sollte. Blondel vereinigte mit seinen lite-rarischen Kenntnissen auch eine tiefe Kenntniß der Mathematikund wurde erwählt, den großen Dauphin, Sohn Ludwigs XIV.darin zu unterrichten. Bald zählte ihn das königliche Colle-gium zu den Lectoren und Professoren dieser Wissenschaft.

Es ist schwer zu glauben, daß ein so unterrichteter Mann,wie Blondel, ohne großes Interesse und ohne noch größernNutzen die großen Muster der Baukunst gesehen, zu derenBewunderung er auf seinen Reisen so häufig veranlaßt worden.Der bloße Eindruck der Denkmäler des Alterthums könntegenügen, — wenn nicht das Bedürfniß, doch wenigstens —den Wunsch zu erregen, Architekt zu seyn. Blondeln fehltees nur an einer Gelegenheit, die ihm das Talent desselbenzum Bewußtseyn brächte. Sie zeigte sich im Jahre 1665,als er bereits vierzig Jahre alt war.

Ueber die Charente, welche bei der Stadt Saintes vonbeträchtlicher Breite ist, führt dort eine Brücke, die aus