Band 
Zweiter Band.
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Christoph Wren,

geboren z» East-Knoyle im Jahre 1632, gestorben im Jahre 1723.

^i'e historischen Nachrichten über das Leben und die WerkeChristophs Wren's, so wie über seine ersten Jugendjahre sagenuns weder wer sein Lehrer in der Architektur gewesen, nochob er Einen gehabt. Nach den vielen und mannigfaltigenStudien und Wissenschaften, denen er sich in seiner Jugendgewidmet, kann man vermuthen, daß er seine Einweihung indie Kenntnisse jenes Theils der Baukunst, welcher den Ge-setzen des Kalküls unterworfen, und die das Genie nicht .immer ersetzt, die aber gegenseitig bei großen architektonischenUnteenehmungen eben so wenig das Genie zu ersetzen vermö-gen, einzig der Mathematik verdankte. Wenn in diesem Fachedas Studium und die Natur die Gaben des Wissens unddie der Einbildungskraft in einem und demselben Menschenund in einer richtigen Verbindung vereinigt, muß daraus,wenn ihm die Umstände günstig, nothwendig ein großer Archi-tekt entstehen.

Christoph Wren war eines dieser seltenen Beispiele; unddie Bedürfnisse seines Jahrhunderts trugen zur Entwickelungseiner glücklichen Anlagen bei, die blos aus eine Gelegenheitwarteten, sich in ihrem vollen Glänze zu zeigen.

Er wurde im Jahre 1632 zu East-Knoyle in der Graf-schaft Wilts geboren, wo sein Vater, Dechant von Windfor,aus einer alten dänischen Familie abstammend, als er nach