Lodovico Vanvitelli.
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mischen, oder Veränderungen von Meistern, welche neuenIdeen zugänglich sind, oder endlich Revolutionen des Geschmacksherbeiführen, in deren Folge sich die Menschen stets geneigtgefunden, die Gegenwart auf Kosten der Vergangenheit zurühmen.
Das Werk Vanvitelli's hatte das Glück, diesen allzu ge-wöhnlichen Nachtheilen zu entgehen. Der Architekt verdanktees günstigen Umständen, seinen ganzen Bau im Laufe vonwenigen Jahren ganz allein zu beendigen. Auch gleicht derPalast jenen Werken, die man aus einem Gusse geformtnennt. Keine Verbesserung, keine Modifikation hat an dem-selben auch nur das mindeste Detail angebracht, welches demOriginal-Gedanken des Urhebers fremd war. Nur durch dieVergleichung der Grundrisse der drei Etagen dieses Palastesläßt sich beurtheilen, wie Alles in allen Theilen seiner zahlrei-chen Eintheilungen vorgesehen und zusammen geordnet worden,so daß man seitdem nie nöthig gehabt, die ursprüngliche Ord-nung zu verändern.
Aber die erste Ursache dieser schönen Ordnung ist ohneZweifel die Einheit der Erfindung. Man könnte sich wirklichkeine größere Uebereinstimmung zwischen der Anordnung desPlanes und der des Aufrisses denken. Auf einem Untersatze,welcher in seiner Höhe die Etage des Erdgeschosses und überderselben eine kleine Dienstetage begreift, erhebt sich auf denVorbäuen in der Mitte und an den beiden äußersten Endeneine Ordnung jonischer Säulen und auf der ganzen übrigenFayade (des Gartens) eine Ordnung Pilaster. Zwei ReihenFenster mit ihren Einfassungen nehmen die Höhe der Säu-lenweiten ein. Das Ganze endigt sich durch ein Gesims,in dessen Fries sich kleine Mezzanino -Fenster befinden. Rings-herum läuft eine mit Bildsäulen gezierte Balustrade. Jederder erwähnten zwei Vorbäue an den beiden Enden trägt eineArt von Belvedere von zwei Etagen mit korinthischen Säulen