180
Verhandlungen und Debatten.
macht, als sie aber aus der Mitte des Volks wieder zurückkamen, so wa-ren sie damit zufrieden, nahmen sie an, so wie sie war, und stimmten fürsie. Diese Constitution befand sich, von der Zeit an, daß die Frage überihre Durchsicht und Verbesserung zuerst aufs Tapet gebracht—bis die Ar-beit der Convention beendigt wurde—vom Merz 1789 bis im September1790—mithin achtzehn Monate lang vor dem Volke. Und nun frage er,heißt dies das Volk überlisten? Er glaube nicht. Oder besaß das Volkdazumal weniger Einsicht, als jetzt ? Er glaube nicht. Und laßt nundie Constitution auch Fehler haben, und Verbesserungen bedürfen, welchesie wolle, soviel wäre gewiß, daß sie zur Zeit ihrer Annahme gänzlich undvollkommen von dem Volk genehmigt worden sei. Aber, sagen die Her-ren, sie ist eben doch dem Volk nicht in der gehörigen Ordnung vorgelegtworden. Gewißlich war sie; und er glaube nicht, irgend einer dieser Her-ren könne sagen, daß es keine andere Verfahrnngs - Art gebe, den Willendes Volks zu erfabren, als die durch unmittelbare Abstimmung.
Er seie nicht überzeugt, daß das Volk eine Meinung für die Abände-rung der Constitution geäußert habe; allein etliche Herren sagen, es hät-te. Wie gelangen sie aber zu diesem Schluß? Sie kämen durch Unter-redungen und andere Mittel dazu, aber sicherlich nicht durch eine unmit-telbare Abstimmung des Volks. Sie nähmen an, und er sage nicht un-weislich, daß die Erfahrung von sieben und vierzig Jahren möge Verbes-serungen an die Hand gegeben haben, welche zu der Constitution desStaats erforderlich scheinen; und ferner stellen sie vor, daß solche wichti-ge Veränderungen in der Lage der menschlichen Gesellschaft vorgegangenwaren, daß wir notkwendigerweise auch eins oder das andere'an der Cou-stitution verändern sollten.' Das Volk aber habe uns durch keine Stirn-menabgebung hieher gesandt und angewiesen, die Constitution auf a ll eFälle zu verändernd Nein, wein Herr, wir sind hieher gesandt gleich-sam, als die große Verhör-Jury der Nation, um über den Leib der öonsti-tution Sitzung zu halten, und zu untersuchen und entscheiden, ob sie ver-bessert werden sollte oder nicht, nnd wenn die einsichtsvollen Glieder die-ser Versammlung glauben, daß sie keiner Verbesserung bedürfe, so solltensie auch so sagen. Er für seinen Theil wäre zufrieden mit der Constitu-tion, wie sie jetzt sei, und in dieser Meinung stimme ihm ein großer Theildes Volks der Republik bei. Der Herr von Somerset (Hr.'C o r) habebewiesen, daß bei dieser Wahl, für die Gouvernörs Candidatcn 40,000' Stimmen mehr abgegeben wurden, als für die Berufung einer Conven-tion. Ohne nun gerade hieraus anzunehman, daß sie auf einer oder derandern Seite wären, ließe sich denn doch daraus schließen, daß es ihnenganz gleichgültig war, ob die Convention zusammenkomme oder nicht.—Wenn er aber sage, daß er mit der gegenwärtigen Constitution vollkom-men zufrieden sich so wolle er damit nicht sagen, daß diese Convention kei-ne Verbesserungen machen sollte. Es gäbe Dinge, welche, seiner Mkt-nung nach, freilich verbessert werden konnten ; doch aber wollte er dasInstrument immer lieber behalten, wie es jetzt wäre, als die Gefahr lau-fen, es gänzlich nieder zu brechen. Er müsse gestehen, er wäre in diestVersammlung mit einer alten Vorliebe, welche mit ihm von Kindheit anaufgewachsen sei, für diese Constitution gekommen, unter welcher derStaat glücklich und im Wohlstand sich befunden habe, und welche sich^lieh keiner Constitution in dieser großen Union nachzustehen brauche,wäre bei der Convention zugegen gewesen, welche diese Constitution eur-