Band 
Zweiter Band.
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Gondouin.

Indessen sah er sich dennoch genöthigt, sich zwischen diesenArbeiten des Vergnügens und den der öffentlichen Nützlichkeitzu theilen, zu welchen er bei seinem großen Rufe zugezogenwurde. Das Institut wurde errichtet, um die durch die Re-volution aufgehobenen Akademien zu ersetzen. Gondouin er-hielt eine Stelle in der Klaffe der schönen Künste. ZumMitgliede des Civil - Baurathcs crnannnt, war er mehr beauf-tragt, die Behörde über die Wahl der Künstler und ihrerWerke aufzuklären, als selbst welche hervorzubringen. Außerder Ausführung der oben erwähnten Fontaine ist nicht bekannt,daß er in den letzten zwanzig Jahren seines Lebens an irgendein Werk seiner Composition Hand angelegt. Als Solcheskann die von Stein aufgeführte Säule auf dem Platze Ven-dome, welche mit Bronze verkleidet werden sollte, wohl nichtbetrachtet werden. Der Architekt hatte dabei kein anderesVerdienst, als mit gewissenhafter Treue die Formen, die De-tails und die Verhältnisse der Trajan-Säule zu Rom aufdieselbe zu übertragen.

Gondouin hatte die Kraft seiner Jugend und die Blütheseines Talent's bis in ein sehr vorgerücktes Alter beibehalten.Seit langer Zeit Wittwer, verheirathete er. sich in seinemsieben und sicbenzigsten Jahre mit einem jungen Frauenzimmervon siebenzehn Jahren. Sie beschenkte ihn mit einem Kinde.Aber dieß war noch in der Wiege, als die Mutter starb.Dieß Ereigniß fand in Gondouin nicht mehr die Kraft desWiderstandes, welche stark genug, den Kampf gegen ein solchesUnglück zu bestehen. Man sah ihn einige Zeit noch siechen,bis endlich eine heftige Krankheit sich Seiner bemächtigt.

Er starb den 29. Dezember 1818.