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Zweiter Band.
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Jacques Germain Soufflot. 329

Große Einfachheit der Linien und der Details, Strenge derFormen, Dichtheit der Säulenweiten, Sparsamkeit der Ver-zierungen: dieß ist es, was eine Kirche verlangt, und wasdie der heiligen Genoveva nicht gewährt.

Man sollte glauben, daß bei dieser Composition der Haupt-gesichtspunkt des Architekten gewesen, sein Talent zu zeigen, unddaß er diesem Einzigen alle Uebrigen aufgeopfert, wie es beisolchen ganz freien Projekten gerne zu geschehen pflegt, welcheder Künstler als Uebungen der Einbildungskraft betrachtet.

Wenn man demnach das Denkmal Soufflot's von diesemGesichtspunkte aus untersucht, glaubt man wahrzunehmen, daßder Architekt von Allem Etwas darin anbringen wollte; zumBeispiel in seinen Schiffen isolirte Säulen und gleichwohlGewölbe von gehauenen Steinen; eine Kuppel mit einemdreifachen steinernen Gewölbe, umgeben von außen mit einerisolirten Colonnade, wodurch er in dieser Beziehung noch dieSt. Paulskirche zu London überbot; an der Spitze seinesDenkmals ein Portal in Säulen, höher als das des Pan-theons zu Rom und alle früheren. Aber Alles dieß konntenicht ohne viele Irrthümer geschehen. So sieht man im In-nern der Kirche isolirte Säulen, welche Nichts tragen, undsteinerne Gewölbe, deren Strebepfeiler in den äußeren Mauernversteckt sind. Und diese mit runden Oeffnungen durchbrochenenGewölbe haben weder Einheit noch Größe und den Fehlereiner Leichtigkeit, die mit dem Charakter des Denkmals wenigübereinstimmt. So kann man der Colonnade, welche denDom umgibt, den Vorwurf machen, daß sie ihr Gesammt-ganzes in zwei Massen zertheilt, die dasselbe verkleinern undseine Einheit unterbrechen. So vermindert das Periftyl andem Haupteingange des Denkmals, trotz seiner Größe undvielleicht durch diese selbst, den Effekt des Gesammtganzen,welches sich auf diese Weise, nicht in zwei Theile, sondernin zwei Ganze getheilt findet, wovon jedes dem Andern scha-