Band 
Band XI.
Seite
321
JPEG-Download
 

Penttsylvanische Convention, 1838. 321

Dbrigkeit auf den Eid des Geschäftsführers oder auf das Affidavit derAnspruch machenden Partei.

Dieses ist zwar eine Art Sicherheit, und hat den Zustand der Dingegebessert—allein die Sicherbeit ist schwach, und die Besserung unmerklich.Ond nach diesem Staude des Falles soll ein Verhaftsbefehl erlassen wer-den. Und was soll mit dem Verhaftsbefehl geschehen ? Der Flüchtlingwird festgenommen—und vor wen wird ergeführt? Vor irgend ei-nen Richter. Es bleibt noch immer der Wahl der Partei überlassen,stch an einen Beamten zu wenden, der einen Friedensrichter nach ihrenWünschen bestimmen kann. Und was weiter ? Der Anforderer soll seinRecht zur Ueberzeugung des Richters beweisen ; der R'chter soll daraufseinen Verhaftsbefehl bewilligen, und der Angeklagte soll dem Bevollmäch-kigten überliefert werden.

Heilt dieses das Uebel ? Keineswegs. Das Gesetz überläßt dem Klä-ger die Gewalt, seinen Richter auszuwählen. Und alsdann soll der Rich-ter ohne eine Jury—ohne die Oeffentlichkeit, welche nach einer gerechtenUnd billigen Rechtspflege solchen Verhandlungen gegeben werden sollte—und ohne die Gegenüberstellung der Zeugen—über die Frage der Freiheitoder Sklaverei der so in Anspruch genommenen Person entscheiden.

Zwar schreibt die Akte vor, daß, wenn die als Sklave in Anspruch ge-nommene Person einen Aufschub verlangt, und einen Grund für dessenGewährung bewcißt, die Obrigkeit den Aufschub gewähren soll. AlleinWelche Sicherheit liegt hierin ? Dir Sicherheit der verhafteten Personist nur der Richter. Allein wer ist die vor den Richter gebrachte Person ?Werden Jene, die hohe Aemter bekleiden — werden Jene, welche eineKenntniß von ihren Rechten und die Fähigkeit besitzen, dieselben zu be-haupten, die Leute sein, auf welche die Schwere dieses Gesetzes fällt?Nein, Herr Präsident; dieselbe fällt auf die Niedrigen, die Schwachen,die Unglücklichen, die Dürftigen und die Unwissenden. Diese Leute wer-den vor den Richter gebracht, erschreckt, niedergeschlagen, zur Erde ge-beugt.

Erscheinen die Reichen in diesem Falle, um ihre Rechte zu behaupten,und zu sagen, daß sie unterdrückt und verfolgt sind—daß sie Zeit verlangen^-und daß sie nicht in einem geheimen Winkel gerichtet und verurtheiltwerden wollen? Nein, Herr Präsident, das Geschöpf mit gebrochenemHerzen—der Verlassene—der Niedergeschlagene—dessen Verstand aus sei-nem Kopfe verjagt wurde; dieser ist es, der vor der Obrigkeit über die Fra-ise seiner Freiheit oder Knechtschrft Rede stehen soll. Dieser ist eö,über dessen Rechte endlich und unumstößlich entschieden werden soll.

Dieses also ist das bestehende Recht der Vereinigten Staaten, wie das-selbe von den Gesetzen des Staates Penusylvanien eingeschränkt worden>st. Ich sage "eingeschränkt," weil die Assembly-Aktc dieses Staates vor-schreibt, daß jeder Beamter, welcher nach der Eongreßakte verfährt, aberdie Bestiminuug der Assembly-Akte verlebt, sich eines Amtsvergehensschuldig macht, sind nach Uebcrweisung des Vergebens auf die darin vor-geschriebene Weise bestraft werden soll.