der alten Unterthänigkeit gelost. Das Volk fühlte sich zumerste» Mal von dem Hauche der Freiheit angeweht, indem ihmgestattet war, steh öffentlich zu versammeln, um die Angele-genheiten des Staats zu besprechen und aus seiner MitteMänner zu ernennen, deren Stimme über die Fragen ent-scheidend werden sollte. Denn so weit war der Hof, durchUmstände gezwungen, in seiner Liberalität gegangen, daß ernicht nur die Wahlhandlung keiner strengen Polizei und amt-lichen Aufsicht unterwarf (was z. B. in Deutschland der Fallist), sondern sogar ausdrücklich verlangte, die Deputirten sol-len die Wünsche des Volks, seine Bedürfnisse und Klagen vorden Thron bringen, und die Wähler möchten ihnen Instruk-tionen über diese Punkte mitgeben. Es läßt sich leicht er-messen, welche Schilderungen der allgemeinen Noth bei die-ser Gelegenheit gemacht wurden, besonders wenn man be-denkt, daß wegen des Mißwachses im vorigen Jahr und desäußerst kalten Winters von 1788 — 89 Elend und Hungers-noth in ganz Frankreich herrschte, und selbst die vereinigtenBemühungen aller Edlen nicht im Stande waren, der noth-leidcnden Menge zu helfen. Aus diesem Umstände erklärtsich auch die Zusammenrottung von Menschenmaffen, welcheum dieselbe Zeit in die großen Städte, besonders-nach Parisund Versailles zogen, weil sie dort die Befriedigung wenig-stens ihrer dringendsten Bedürfnisse hofften, jedenfalls abervereinigt und an der Quelle der Reichthümer und Vvrraths-häuser eher sich zu helfen glaubten, als vereinzelt auf demausgehungerten Lande. Ihnen ist auch die Zerstörung dergroßen Papierfabrik des Reveillon in Paris zuzuschreiben,welche von dem aller Hilfsmittel entblösten Volk geplündertwurde, und nicht den Aufreizungen einer Faktion. SolcherHaufen bemächtigten sich in den Provinzen Demagogen derverschiedensten Farben. Zwar fielen in den um den Mittel-punkt liegenden Provinzen, in den sogenannten ck'öloclionkeine eigentlichen Ercesse während der Wahlen vor, denn hierhatte sich das Volk schon zu sehr an den Despotismus ge-
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