nemlich die Majorität der konstituirenden Versammlung —in der gesetzgebenden vielleicht ungern vermißt, so kann mansich damit tröste», daß in der gesetzgebenden das dem öffent-liehen Wohl so hinderliche aristokratisch-absolutistische Elementdurchaus fehlte, weil Hof, Adel und Geistlichkeit bei denWahlen keinen Einfluß hatten üben können. Diese letzterePartei zog sich von nun an in das Dunkel der Intriguenund Verschwörungen zurück, oder erkärte sich offen als Feinddes französischen Volks. Der Geist und die gegenseitige Stel-lung der Mitglieder dieser Versammlung waren merklich ver-schieden von der vorhergehenden. Die Ansicht der Mebrzahlin der konstituirenden Versammlung wurde zur Minderzahlin der gesetzgebenden. Die Feuillans, oder gemäßigteMonarchisten, welche in der konstituirenden das Uebergewichtausgeübt hatten, waren jetzt zur schwachen rechten Seitegeworden, und standen durch Mittelsmänner aus der erstenNational-Versammlung (Barnave, Dupvrt, Lameth), in eini-ger Beziehung zu dem König, welcher aber ihre weiserenRathschläge meist den Einflüsterungen seiner Hofleute opferte.Die Vormünner dieser Ansicht in derVersammlung waren Dumas,Ramvnd, Vaublanc und Beugnot: sie hatten anfänglich die kon-stitutionellen Auktoritäten, die Nationalgarde, das Heer, denMittelstand für sich; aber sie verloren mit Bailly ihre Stützebei der Municipalität, und wurden von der linken Seiteüberflügelt. Letztere, obwohl noch nicht mit sich selbst imKampf, bietet doch schon zwei verschiedene Fraktionen dar, Gi-rondisten und Bergmänner "). Die Girondisten, soge-nannt, weil die meisten und ausgezeichnetsten von ihnen aus demDepartement der Gironde gewählt waren, sahen in der Volks-souveränität die vernünftigste Staatsverfaffung. Begeistertfür ihr Ideal von Freiheit, theilten sie in flammenden Re-den ihre Ueberzeugung nicht nur dem gebildeten Mittelstände,sondern auch der Menge mit, ohne dieselbe dadurch zu Anar-
') Ein Namen de» „Jakobiner und Cordcliers" zugleich in sich begreift.