von Diktatur wollte damals Niemand hören, selbst als steschon in ihrer furchtbarsten Gestalt vorhanden war, dennDiktator und Tyrann galt für gleichbedeutend, die absoluteDolkssouveränität war die Losung deS TagS, und die Re-präsentanten hielten mit großer Eifersucht auf ihrer Würde.So entstanden die furchtbaren Stürme, dir Unfreiheit derBerathung, die nacheinander folgende Aufreibung der Par-teien, weil sie sich nicht alle zusammen einer erekutivenGewalt unterwerfen wollten, bis das Gewitter vorüber war.Statt dessen rangen die beiden Aeußersten auf Leben undTod um die Durchsetzung ihrer Parteimeinung, und derSieg blieb in den Händen der kräftigsten, welche zu deröffentlichen Stimmung am besten paßte.
Der Eonvent hatte sich in Permanenz erklärt. Wasseine kaum angeführten Maaßregeln, welche er in der höch-sten Noth der Republik ergriff, anbelangt, so erscheinen sieallerdings hart und beinahe grausam, aber beweise» zugleich,daß wenn je eine Versammlung, dieser Eonvent dem römi-schen Senate gleich war, welcher sich nie unbeugsamer zeigte,als im Unglück. Hannibal stand vor den Thoren: daherkonnte kein Gegner, kein Zauderer, kein Zweideutiger mehrgeschont werden. Den Girondisten durfte man wenigstensdie beiden letzten Fehler mit Recht vorwerfen. Als Freundedes Ministeriums Roland, zu welchen auch Dumouriez ge-hört hatte, waren sie zweideutig, denn Roland war zu glei-cher Zeit abgetreten, als der General auf Verrath sann;im Eonvent widersetzten sie sich hartnäckig allen energischenBeschlüssen, und trotz ihrer Talente und Kenntnisse wußtensie nie den rechten Augenblik zu treffen. Weder wahreRepublikaner, roch Royalisten, waren sie gute Gesellschafteraus der materialistischen Schule, Freunde der Freiheit, dieaber handelten, als wären sie ihre ärgsten Feinde, und nichtbegriffen, wohin ihre Worte führen mußten. Robespierrezeichnete sie beißend, aber richtig mit folgenden Contrasten:„Ist i» handeln, so peroriren sie; ist zu berathen, so wollen