466
Grunde einer tiefen, gleichsam eingekeilten Schlucht, überallmit unfruchtbaren, wüsten, schauderhaften Abgründen umge-ben, an deren Seiten und Höhen ungeheure lockere Felsenunaufhörlich die Einwohner zu zertrümmern drohen. Dereine Felsen links von der See heißt Ruppert's Hill, derandere zur Rechten Ladder Hill. Eine steile und engeStraße, der Seitenweg genannt, ist längs dem ersten Fel-sen ausgehauen, zieht sich im Zickzack am Ladder Hill undführt zu dem Landsitz des Gouverneurs. Der erste Anblickder Stadt ist angenehm überraschend, besonders für Diejeni-gen, welche lange zur See waren; man glaubt eine Sceneauf dem Theater zu sehen. Der Stadt gegenüber ist James-bai, der vorzüglichste Ankerplatz, wo die größten Schiffevollkommen sicher liegen, indem der Wind nie mehr als umzwei oder drei Striche sich verändert, stets vom Lande wehtund zum Segeln günstig ist. Die Stadt besteht aus einerkleinen Straße, Marino genannt, am Ufer und aus derHauptstraße, welche von jener anfängt, sich in gerader Linieungefähr 3<><) Mrds weit erstreckt und sich dann mit zweiandern kleinen Straßen verbindet. Sie hat gegen 16« Häu-ser, die größtentheils von Stein erbaut sind; die Steine kön-nen aber nur mit Schlamm und Erde verbunden werden,weil Kalk auf der Insel selten ist. Doch sind die vorzüglich-sten Häuser mit Kalk weiß angestrichen; die Dächer sind vonSchindeln. Die andern sind mit Brettern und Erde bedeckt.Es gibt hier eine Kirche, einen botanischen Garten, ein Ho-spital, ein Wirthshaus und Casernen. Links vom Ufer istdas Eastell erbaut, der Stadtsitz des Gouverneurs. Es gibthier einige Brauereien, in welchen Bier gebraut wird, dasunserm besten Tafelbier gleich kommt.
Die Häuser haben im Allgemeinen ein hübsches Ansehen;doch fehlen ihnen viele Bequemlichkeiten und Annehmlichkei-ten, an welche man in England gewöhnt ist. Sie bestehengrößtentheils aus Ladenhäusern und Kost- oder Miethhäu-sern. Es sind ostindische und englische Waaren zu haben.