Der Ekel hatte ihn ergriffen, und er fand nicht mehr denMuth, wie er mir zuweilen sagte, sich desselben zu erwehren.Seinen Tag bringt er auf dem Zimmer, meistens mit Durch-blätterung von Büchern zu oder auch mit allgemeinen odervertrauten Gesprächen, und des Abends nach dem Mahl liester uns einige von den Meisterstücken unserer großen Drama-tiker vor oder auch irgend eine andere Schrift, wie der Zu-fall oder die Laune des Augenblicks es fügten.
In dem Umgang mit uns ist jedoch die Heiterkeit seinesGeistes, die Gleichheit seiner Laune keineswegs getrübt odergestört; unser Verhältniß mit ihm schien vielmehr an Innig-keit gewonnen zu haben. Er sprach mit mehr Hingebungund herzlicher Offenheit und auf eine anziehendere Weise.
So häufte man physische und moralische Uebel auf denunglücklichen Monarchen, dem Hudson Löwe den einzigenTrost, gebildete und mit unverbrüchlicher Treue ihm ergebeneMänner um sich zu sehen, dadurch schmälerte, daß er mehrerederselben theils durch Trug, theils durch Gewalt von ihmtrennte. Dieß Schicksal hatte der edle Graf Las Cafes,der, kaum auf das Festland zurückgekehrt, kein Mittel un-versucht ließ, die elende Lage Napoleon's zu erleichtern.Nach seiner gewaltsamen Entführung von Longwood schriebihm der Kaiser:
Mein lieber Graf Las Cafes! Mein Herz theilt leb-haft Ihre Empfindungen: seit 14 Tagen mir entrissen, sitzenSie in heimlicher Haft, ohne daß ich Nachricht von Ihnenerhalten, noch Ihnen welche geben konnte, ohne daß Sie mitirgend Jemand, er sey Franzose oder Engländer, verkehrendurften, .selbst ohne selbstgewählten Bedienten.
Ihr Betragen in St. Helena war, wie Ihr Leben,ehrenvoll und ohne Vorwurf, ich sage es mit Freude.
Ihr Brief an eine Freundin in London enthielt nichtsTadelnswürdiges. In den Busen der Freundschaft schüttetenSie Ihr Herz aus. Dieser Brief gleicht den acht oder zehnandern, die Sie derselben Freundin geschrieben und offen