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Am 23. Februar nahm Kinkel in einer vereinigtenSitzung des demokratischen und Handwerkervereinesvon seinen Wählern Abschied. Zahlreiche Mitgliederund Nichtmitglieder hatten sich Angefunden, und in denAugen Vieler sah man Thränen der Rührung und Liebe.Kinkel ermähnte in herzlicher Rede, das von ihm bishergeleitete Werk auch in seiner Abwesenheit fortzusetzen,und fest zusammenzuhalten in den Kämpfen der Gegen-wart. Er versprach als Abgeordneter Nichts; denner glaubte, daß nur in der bisherigen Thätigkeit einesMannes und in dem Vertrauen auf seine Redlichkeitdie Bürgschaft für seine Thaten enthalten fei. Erging nach Berlin, um für dieselbe Sache zu kämpfen,für die er in der Heimath seine Existenz und sein Glückeingesetzt, und er ging freudigen Muthes, hellen Augesvon dannen; denn es war ja keine herzlos kalte Be-rechnung, aber auch kein idealistisches Träumen, das ihnunter das Volk und auf die Rednerbühne trieb: — eswar das klare Bewußtsein eines heiligenKampfes, es war die edelste Begeisterung für
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