g36 Diodor's historische Bibliothek. Zwölftes Buch.
legt hatte, starb den Heldentod. Da Kleon ebenfalls in derSchlacht fiel, so kamen die beiden Heere,§die nnn ohne Be-fehlshaber waren, in Unordnung. Endlich aber überwandendie Lacedä monier und errichteten ein Siegeszeichen.Den Athenern wurde durch einen Vergleich gestattet, ihreTodten aufzuheben und zu begraben; sodann schifften sie nachAthen zurück. Als nach Lacedämon durch Leute, die vomSchlachtfeld herkamen, die Nachricht vom Siege des Brasi-das und zugleich von seinem Tode gebracht wurde, fo fragtedie Mutter des Brasidas, die von dem Verlauf des Treffenserzählen hörte, wie sich Brastdas in der Schlacht gehaltenhabe. Auf die Antwort, unter allen Lacedämonidrn am Be-sten, erwiederte die Mutter des Verstorbenen, ihr SohnBrasidas sey zwar ein tavferer Mann gewesen, aber dochstehe er Vielen nach. Da diese Aeußerung in der ganzenStadt bekannt wurde, so belobten die Ephoreu die Frauöffentlich, daß sie die Ehre des Vaterlands höher geachtetals den Ruhm ihres Sohnes. Nach jener Schlacht fandendie Athener für gut, mit den Lacedä moniern einenWaffenstillstand auf fünfzia Jahre zu schließen, unter denBedingungen, daß die Gefangenen auf beiden Seiten freige-lassen und die im Krieg genommenen Städte zurückgegeben*)würden. Auf solche Weise wurde der Peloponnesische Krieg,nachdem er bis auf diese Zeit zehn Jahre gedauert hatte,beendigt.
*) Nach Weffeling's Dermutburrg für « 710 -