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Der Laibacher Congreß.
>1. Kap.
3. Der Troppauer und Laibacher Congreß (October1820 und 27. Januar 1821). Die Oesterreicher unter Fri-mont in Neapel und unter Bubna in Piemont. DerCongreß von Verona (October 1822). Der Herzog vonAngoulome in Spanien (1823). Dom Miguel in Por-tugal (1824—1825).
Die drei nordischen Großmächte betrachteten das Wachsen des revo-lutionairen Stromes mit entschiedenem Misfallen. Namentlich war esOesterreich, welches durch die italienischen Staatsumwälzuugen in diegrößte Gefahr gerieth, seinen politischen Einfluß in Italien zu verlierenund die liberalen Ideen seine Grenze überschreiten zu sehen. Metterntchhielt es unter solchen Umständen an der Zeit, die Verbindung der Groß-mächte zu erneuern und namentlich in der heiligen Allianz das Bewußt-sein solidarischer Verpflichtung gegen die politischen Stürme, welche dieOrdnung und Ruhe bedrohten, zu stärken. Darum schlug er einen Con-greß vor, wobei sich die drei nordischen Monarchen in Person einfanden,die beiden constitutionellen Großmächte aber sich durch Gesandte vertretenließen. Zum Ort des Kongresses war Troppau artsersehen worden (October1820), weil dies dem Königreich Polen, wo Alexander eben eine» Reichs-tag eröffnet hatte, ziemlich nahe lag. Preußen war bald, Alexander abererst nach einer gründlichen Bearbeitung Seitens Mettcrnich's für dessenPlan, in Italien zu interveniren und die legitime Herrschaft wiederherzu-stellen, gewonnen. Einwendungen und Bedenken erhoben nur die franzö-sischen und englischen Gesandten, welche das österreichische Uebergewicht inItalien nicht kräftigen wollten. Metternich verfiel nun auf den Ausweg,den Covgreß nach Laibach zu verlegen (6. Januar 1821) und denKönig von Neapel dahin einzuladen, damit erselbst über die Zuständeseines Reichs Bericht erstatten, und persönlich die Bitte um Wiederher-stellung seiner Rechte aussprechen könne.
Nachdem die neapolitanischen Cortez der Reise des Königs zuersteinige Schwierigkeiten in den Weg gelegt und die radicalen Deputirtenvergebens gegen „das Complot der Könige" gedonnert hatten, begab sichFerdinand I. endlich doch nach Laibach, unter dem heiligen Versprechen,die Meinungen der Großmächte umzustimmen und als Vermittler zwischenseinem Volke und dem Congresse aufzutreten. Kaum hatte Metternich denKönig in der Gewalt, als Ferdinand I. alle seit einem Jahre ergangenenRegierungshandlungen und Verfügungen für erzwungen erklärte, die spa-nische Verfassung aufhob und den Schutz Oesterreichs anrief. KaiserAlexander, dem Metternich den wegen schlechter Verpflegung in einemPetersburger Garderegimente ausgebrochenen Aufstand mit vielen Ueber-treibungen und Vergleichungen mittheilte, gab ebenfalls den polnischen