1. Kap.j
Rhigas. Capodistrias.
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Die Insel St. Domingo fies nachdem Rochambeau 1803 mit denEngländern capitulirt hatte, in die Hände der Neger, welche, in sctavijcherNachahmung ihrer früheren Herrn, den General Dessalines zum KaiserJakob l. ausriefen (1804), wie die Franzosen mit Napoleon gethanhatten. Dessalines wurde jedoch schon 1806 ermordet und die Inselzerfiel nun in zwei Republiken: eine Negerrepnblik unter Heinrich Chri-stoph , und eine Mulattenrepublik unter Petion. Letzterem folgte Boyer(1818), welcher den Negerautheil (1820) mit dem Mulattenstaate ver-einigte, nachdem Heinrich Christoph von 1811—20 als König Heinrich I.regiert und einen grandiosen Hofstaat, st l» Napoleon, eingerichtet hatte.Frankreich erkannte (1825) die Unabhängigkeit der Insel an, nachdem esseinen ehemaligen Pflanzern eine Entschädigung von 150 Mill. Francs undseinen Schiffen einen günstigen Handelstractat ausgewirkt hatte. Da dieEntschädigungsgelder aber nicht eingingen, so sandte Louis Philipp (1838)eine Expedition zur Beitreibung derselben ab und zwang die haitische Re-gierung zu dem Versprechen regelmäßiger Abschlagszahlungen, nachdem diefranzösischen Forderungen zuvor auf60 Millionen ermäßigt worden waren.
6. Rhigas. Alexander und Demetrius Upsilanti. Bu-belina. Maurokordato. Mauromichalis. Odysseus. Ko-lokotroni. Miaulis. Capodistrias.
Es war im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts, als deraus Thessalien gebürtige und inBukarescht ansässige Kaufmann Rhigasdurch ein emsiges Studium der abendländischen Literatur auf den Gedan-ken kam, sein Vaterland von dem Joche der Türken zu befreien. Zu die-sem Zwecke begab er sich nach Wien, um die dort wohnenden Griechenfür seine Sache zu gewinnen und soll sich sogar mit Napoleon in Unter-handlungen eingelassen haben. Ein feiger Freund verrieth jedoch den küh-nen Mann, welcher von der österreichischen Regierung verhaftet und als„unruhiger Kopf" seinem „rechtmäßigen Herrn", dem Sultan, ausgeliefertwurde. In Belgrad erlitt Rhigas eine entsetzliche Todesstrafe. Er wurdezwischen zwei Brettern zersägt und der zerstückelte Leichnam in die Donaugeworfen (1798). Das Verzeichniß der Mitverschworenen hatte er vor-her verschluckt, damit es den Feinden nicht in die Hände fiele. Die letztenWorte des Sterbenden waren: „Die Saat habe ich ausgesäet und dieZeit muß kommen, da mein Volk die süße Frucht ernten wird."
Die Saat keimte im Jahre 1815, als der Graf Johann Capodi-strias die Hetairie der Philomusen stiftete, deren angeblicher Zweck dieBeförderung der Bildung unter den Griechen war, sich bald aber dahinerweiterte, daß sie den Gedanken der Befreiung mehr in den Vordergrundtreten ließ. Capodistrias trat dann in russische Dienste und gewann das