Band 
(1815 - 1854)
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Kapudan Pascha im Peloponnes.

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senden, das die dargebotene Amnestie stolz zurückgewiesen hatte. Nachdemder Seraskier den Ali - Pascha von Janina durch einen falschen Fermanzur Ergebung gebracht, dann aber schnell hatte todten lassen, näherteer sich den Pforten Griechenlands, während der Kapndan Pascha imPeloponnes Truppen ausschiffte und dann nach dem ausgestandenen Chiossegelte, um jene fürchterlichen Schandthaten zu verüben, über welche da-mals Europa einen Schrei der tiefsten Entrüstung ausfliest und eine Po-litik verwünschte, welche solche im civilisirten Europa zuließ. Gegen 20,000Männer wurden getödtet, 40,000 Frauen und Kinder zur Schändungund Sclaverei verurtheilt. Das ganze Meer war mit den Leichnamender treulos Ermordeten bedeckt, und selbst Castlereagh schauerte zusammen,als die blutigen Schatten von Chios drohend vor seine Seele traten. „Esgiebt nicht genug Thränen/' schrieb damals eine konstantinopolitanische Zei-tung, „um das Schicksal von Chios zu beweinen/' Kaum war diese Kundenach Hydra gelangt, alsKonstantin Kanaris und Georg Pepinismit dreiundvierzig Freiwilligen einen feierlichen Schwur thaten, dieseBlutschuld zu rächen. Mit einigen Brandern segelten diese Todtgeweihtenbei Hellem Tage unter fremder Flagge mitten in die feindliche Flotte undbefestigten in der folgenden Nacht ihre Brander an das Admiralschiff,worauf sich der Kapudan Pascha, Kara Ali, befand. Mit fürchterlichemKrachen flog dasselbe in die Luft, 2287 Leichen, unter ihnen der Kapu-dan Pascha, schwammen auf den Fluthen, während die kühnen Griechenunter Siegeshymnen und Dankgebeten glücklich entkommen waren (18.Juni l822).

Omer Vrione hatte sich inzwischen bis Miffolunghi durchgekämpftund Maurokordato darin eingeschlossen: Uneinigkeit unter den griechischenAnführern, wie sie den ganzen Krieg hindurch währte, öffnete sogar demHauptheer des Seraskiers die Thermopylen; Plötzlich standen die Türkenim Peloponnes und überraschten Korinth; Argos, wohin sich dieCentral-regierung geflüchtet hatte, schwebte in Gefahr und wurde nur durch Up-filanti's Anstrengungen so lange gehalten, bis die Kapitanis sich versöhnthatten und zum Entsatz herbeieilten. Nachdem Odysseus die Thermo-pylen in Eile wieder besetzt und das vom Seraskier in Person angeführteReserveheer geschlagen hatte, fielen die griechischen Kapitanis von allenSeiten über die im Peloponnese herumziehenden Türken her und vernich-teten sie bis auf den letzten Mann. Die Akropolis war schon einige Mo-nat früher den Griechen in die Hände gefallen. Nauplia wurde am 30.November erstürmt. Omer Vrione mußte daher die Belagerung Miffo-lunghi's aufgeben (1. September), obgleich der neue Kapudan Pascha,KaraMehemed, den Platz auch zurSee blokirt hatte. Die türkische Flotteging bis Tenedos zurück und ankerte in der Nähe der griechischen. Daentwarfen Georg Miaulis und Kanaris den listigen Anschlag, auf ihre