Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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208
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208 Baldomero Espartero. (2. Kap.

Senatoren und der Abgeordneten. Die Klöster, geistlichen Güter undZehnten wurden zum Besten der Staatscaffe eingezogen.

Bei diesem Wirrwarr der Meinungen, bei dieser.grenzenlosen Anar-chie , zog sich Frankreich immer mehr von Spanien zurück, und Englandzögerte mit einer kräftigen Unterstützung, da Christine sich weigerte, einenHandelsvertrag einzugehen, der wahrscheinlich die catalonische Wollenwe-berei vernichtet hätte. Aus der andern Seite bekam Don Carlos von den nor-dischen und italienischen Höfen Geldzuschüffe und eine Anzahl tüchtigerOfficiere, denen die treffliche Organisation seiner Truppen und die Erfolgeseiner Waffen hauptsächlich zugeschrieben werden. Die Christines, welcheim Jahre 1835 unter Cordova manche Vortheile errungen hatten,sahen im nächsten Jahre die Anarchie in ihre Heere einbrechen und erlittenvon den kühnen Guerillabanden Cabrera's, Villareal's und Gomez's be-deutende Niederlagen. Gomez durchzog sogar ganz Spanien und kehrtemit unermeßlicher Beute in das Baskenland zurück. Hier, in Onate, warder Sitz der carlistischen Regierung. Lord Elliot versuchte, obwohl ver-geblich , beide Parteien zu einer menschlicheren Kriegführung zu bestim-men. Die Grausamkeiten, Mordthaten und Plünderungen hörten nichteher auf, bis der Bürgerkrieg selbst seine Endschast erreicht hakte.

Nach den bisherigen Erfolgen gedachte Don Carlos Bilbao zu er-obern und mit Heeresmacht auf Madrid loszngehen. Die carlistischenOfficiere waren des Sieges so sicher, daß sie schon ohne Zurückhaltungdavon sprachen. Da erstand den Christinos ein Retter in Espartero.

Baldomero Espartero war ein Stellmacherssohn aus demDörfchen Granatula bei Almagro, und 1792 geboren. Sein älterer Bru-der, der Geistlicher war, sorgte für die Erziehung Baldomero s in einemgeistlichen Seminar. Im Kriege gegen Napoleon bildeten die Semina-risten ein heiliges Bataillon, dem auch Espartero angehörte. Da er Fä-higkeiten für den Krieg verrieth, wurde er in eine Cadettenschule aufge-nommen und 1811 zum Unterlieutenant in der Artillerie ernannt, späteraber wegen unzulänglicher Kenntnisse zur Infanterie nach Valladolid ver-setzt. Um vorwärts zu kommen, bat Espartero den schrecklichen GeneralDon Pablo Murillo, ihn auf seinen Eroberungszügen in die Kolo-nien begleiten zu dürfen. Murillo machte den Bittsteller zum Premier-lieutenaut und gesellte ihn dem Stäbe zu (1815). Espartero rechtfertigteMurillo's Vertrauen, zeichnete sich durch Tapferkeit im Gefecht und durchSchlauheit bei Ueberfällen aus, sodaßer schon 1823 Oberst wurde. SeineKameraden liebten und fürchteten ihn gleichmäßig, theils wegen seinerGroßmuth im Spiel, theils wegen seiner Gewandtheit in jeglicher Art desZweikampfs. Nach Sucre's Sieg bei A yacucho (S. 36) (9. De-cember 1824), welcher der Herrschaft der Spanier in Südamerika einEnde machte, kehrte Espartero, in Begleitung vieler anderer Generale, als