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Das Jahr 1842 und 1843.
s3. Kap.
wohl das Budget für diese Zweige jährlich 364 Millionen Francs aus-warf. Die Finanzen standen überhaupt so kläglich, daß für die Jahre1840—1842 über 983 Millionen Francs auf außerordentlichem Wegegedeckt werden mußten. Zum Glück wurde die öffentliche Aufmerksamkeitdurch den berüchtigten Proceß der Madame La sarge von Staatsange-legenheiten abgezogen. Diese Dame. welche den höheren Ständen ange-hörte, war des Diebstahls und der Giftmischerei angeklagt, und zu zwanzig-jährigem Gefängniß verurtheilt worden (1841). Die berühmten Toxikolo-gen, Orfila und Raspail. erörterten eines Weiteren ihre Ansichtenüber die Arsenikbildung in faulenden thierischen Stoffen, woran das Publi-cum mehr Interesse nahm. als an der Politik und den Bankerott- undCorruptionsprocessen gegen Lehon und Hourdequin (1842).
Die Beispiele religiösen Fanatismus, dem die Königin nicht fremdgewesen sein soll, die Entfernung der Bildnisse Luther's und Bossuet'svom Gutenbergdenkmale David's in Straßburg, das bedenkliche Wachs-thum der Klöster, welche verbotenen Orden angehörten, erregten erst spä-ter größeres Interesse. — DaS Jahr 1842 war reich an verheerendenFeuersbrüusten und anderen Unglücksfällen, die das Publicum in steterAufregung hielten. Am betrübendsten war der schreckliche Unfall auf derParis - Versailler Eisenbahn, wobei Vierzehnhundert Menschen theils um-kamen, theils verwundet wurden (8. Mai), und von tiefgreifendem Einflußfür den König und für Frankreich war der Tod des beliebten Herzogs vonOrleans, welcher bei einem Sprung aus dem Wagen sich so verletzte, daßer nach wenig Stunden seinen Geist aufgab (13. Juli). Da der Grafvon Paris erst vier Jahre alt war, brachte Guizot ein Regentschaftsge-setz in die Kammern, das den unbeliebten Herzog von Nemours zum Re-genten, die Herzogin-Witwe zur Vormünderin bestellte.
Bei den traurigen Vorfällen, welche sich im Jahre 1843 mehr-ten , gewann die Religion wieder auf die Gemüther einigen Einfluß unddie katholische Geistlichkeit benutzte dies Zeichen, um Zwietracht zwischenden Protestanten und Katholiken im Elsaß zu säen; die Gesellschaft zurVerbreitung des Glaubens in Lyon schleuderte aufreizende Schriften un-ter das leicht entzündliche Volk des Südens; die Jesuiten erhoben keckerihr Haupt und regten die Frage über die Freiheit des Unterrichts an.Veranlassung dazu boten die antikirchlichcn Verträge der ProfessorenQuinet und Michelet und die Lage des Volksunterrichts und des Ele-mentarlehrerstandes. Die Geistlichkeit versprach, den Unterricht zuheben, wenn man ihr Freiheit in Errichtung der kleineren Seminare ge-währe. Der Klerus erreichte 1844 auch seinen Zweck, indem man denSeminarien Befreiung von öffentlichen Lasten und Errichtung von acht-tausend Freistellen bewilligte. Dagegen wurden die Protestanten mitStrenge behandelt. Die Gemeinde zu Senneville war zur resormirten