Band 
(1815 - 1854)
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Nordamerika und Mexico.

14. Kap.

1853 die Staatsgeschäfte, unterstützt von den ausgezeichneten Staats-männern Clay und Webster (ch 24. October 1852). Kleine Reibungenmit dem Auslande kamen zwar vor. aber ohne ernstliche Conflicte herbei-zuführen. So wegen des Attentats auf Cuba (1850 —1851) undder glänzenden Aufnahme Kossuth's (1851), ferner wegen des von Groß-britannien bestrittenen Stockfischfanges auf Neufundland, und endlich we-gen der durch den Guano berühmten und einträglichen Lobos- (Chincha's)Inseln, die seit undenklichen Zeiten zu Peru gehörten, jetzt aber aus einmalvon Webster als freies, Jedem zuständiges Territorium in Anspruch ge-nommen wurden. Der letzte Streit wurde durch die englische Regierung zuGunsten Peru's vermittelt (1852). Der neue demokratische Präsident,General Franklin Pierce, war mehr, als seinen Wählern lieb war, fried-lich gesinnt, wenn auch die diplomatische Sprache Washingtons in derKoßta-Angelegenheit eine gewisse Anmaßung verräth. Pierce legteden Streit mit England über die Fischereien in Neufundland bei und er-klärte, von der Erwerbung Cuba's abzustehen, ohne sich jedoch verbindlichzu machen, feste Versprechungen, wie England und Frankreich wünschten,zu geben. Die Zölle wurden bedeutend herabgesetzt, die Staatsschuldenum 13 Millionen vermindert, und den Gesandten und Consuln ein ein-faches, prunkloses Auftreten, wie die persönliche Wahrnehmung aller Ge^schäste zur Pflicht gemacht. Die große Weltindustrieausstellung zu Neu-york.(14. Juli 1853) blieb, trotz des ungeheuren Aufschwungs, welchender nordamerikanische Handel genommen, hinter den geringsten Erwar-tungen Europa's zurück, geschweige daß sie mit der Londoner hätte wett-eifern können. — Die religiösen Serien, unter welchen die Mormonen amSalzsee eine hervorragende Bedeutung gewinnen, wie der Zwiespalt desNordens und Südens in der Sclavensrage, schweben drohend über demSternenbanner der Vereinigten Staaten. Die nordamerikanische Han-delspolitik hat eine freundlichere Stellung zu Rußland geboten, als manvon den Republikanern erwarten sollte. Von unendlicher Wichtigkeit kannder Handelsvertrag mit Japan werden (1854).

In Mexico trat am 1. Januar 1851 General Arista an dieSpitze des Staats, wogegen die nordöstlichen Provinzen sich empörtenund auf Lostrennung sannen. Der Aufstand wurde zwar unterdrückt,aber Arista war nicht im Stande, der Anarchie und Finanznoth zu steuern,sodaß der in unserm Jahrhundert merkwürdige Fall eintrat, wie eineMenge französischer Abenteurer sich unter dem Grafen Raousset-Bonlbonin der Provinz Sonera festsetzen, und im Namen Frankreichs davon Besitznehmen konnte (1852). Als die Mexicaner Alles aufgeboten und dieFreibeuter geschlagen hatten, zahlten sie ihnen noch 11,000 Dollars zurRückreise nach Californien, — eine Mahnung zur Wiederkehr, die Bonlbonnicht unbeachtet ließ, aber mit dem Tode büßte (Juli 1854). Arista wurde